Aktuelles

Agrarkredite in Rumänien: Erfolgreich und nachhaltig

  • 03.08.2007
  • Aktuell

Von Nachhaltigkeit ist in der humanitären Hilfe oft die Rede. Was sie konkret bedeutet, zeigt die erfolgreiche Rumänienhilfe der Glückskette. Als nach dem Fall des Regimes Ceausescus 1989 die verheerenden Zustände in Rumänien bekannt werden, spendet die Schweizer Bevölkerung 14,5 Millionen Franken. Mit den Geldern gründet das Hilfswerk HEKS und finanziert die Glückskette unter anderem eine Institution für Agrarkredite. Diese hat Rumänien den Übergang zur Marktwirtschaft erleichtert – und steht 15 Jahre später auf soliden eigenen Füssen.

Die Weltöffentlichkeit ist bestürzt, als sie nach dem Sturz des sozialistischen Regimes Ceausescus 1989 von den verheerenden Zuständen in Rumänien erfährt. Besonders schockierend sind die unmenschlichen Verhältnisse in den rumänischen Kinderheimen. In der Folge sammeln zahlreiche Institutionen und Gemeinden in der Schweiz Spenden und bringen Hilfsgüter nach Rumänien. Die Glückskette schaltet einen Sammeltag, bei dem 14.5 Millionen Franken zusammenkommen.

Die Soforthilfe kommt vielen Kinderheimen zugute. Die Häuser werden ausgebaut, Küchen und Schlafräume erstellt. Erstmals können die Kinder nun in beheizten Schlafsälen schlafen und sauberes Wasser trinken. Auch Spielsachen werden nach Rumänien gebracht, gleichzeitig erhält das Personal Ausbildungsprogramme im angemessenen Umgang mit Kindern.

Rasch zeigt sich aber noch eine weitere Folge der jahrzehntelangen Diktatur und Misswirtschaft: Die Kleinbauern sind verarmt und können ihr Land, das sie teilweise zurückerhalten haben, nicht bewirtschaften. Zusammen mit dem HEKS unterstützt die Glückskette deshalb die Gründung und Finanzierung einer Institution für Mikrofinanzierung in der Landwirtschaft (LAM). Mittlerweile hat LAM rund 3000 Kredite in der Höhe von 18 Millionen Dollar gewährt sowie die Weiterbildung von 2100 Bauern und Bäuerinnen unterstützt - und damit geholfen, insgesamt 12'000 neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Allein im letzten Jahr genehmigte die Stiftung 277 Kredite für insgesamt über 1,6 Millionen Euro. 72 Prozent kamen der Entwicklung in der Landwirtschaft zugute, 20 Prozent flossen in den Ausbau von KMUs. Darlehen für die Lebensmittelverarbeitung und die Verlängerung laufender Kredite machten den Rest aus. Die Kreditanstalt ist äusserst erfolgreich: Sagenhafte 99 Prozent der Kreditnehmer zahlen ihr Geld problemlos zurück.

„Ohne die Starthilfe der Glückskette wäre dieses grossartige Werk nie zustande gekommen,“ kommentiert Leo Meyer, Agraringenieur beim HEKS den Erfolg. „Es ist ein Musterbeispiel, wie nach der Soforthilfe Spendengelder für ein nachhaltiges Projekt in der ganzen Region eingesetzt werden können.“ Und der Präsident der Stiftung, Belà Kato, fasst zusammen: „LAM hat uns geholfen, den Übergang vom Kommunismus zur Marktwirtschaft und jetzt in die EU zu bewältigen.“

Die Institution feiert dieses Jahr ihr 15jähriges Bestehen. Sie ist heute eine Aktiengesellschaft und steht damit auf soliden eigenen Füssen, so dass sich die HEKS und die Deza, die sich ab 1993 ebenfalls beteiligte, zurückziehen können. Damit zeigt LAM deutlich auf, wie Spendengelder nach einer Katastrophe nachhaltig und erfolgreich eingesetzt werden.

Hören Sie dazu die Sendungen „Glückskette Aktuell“ vom 5. und 12. August.

Die Glückskette ist eine Stiftung, gegründet auf Initiative der SRG SSR | Partnerschaft & Zusammenarbeit

  • Privatradios Pro
  • Keystone
  • Swisscom
  • SRG SSR

Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» (PPG)

Privatradios Pro

13 Privatradios in der Deutschschweiz haben sich zur Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» zusammengeschlossen und unterstützen aktiv Spendenaufrufe, Sammeltage und weitere Aktivitäten der Glückskette. 

 

 

 

Keystone

Keystone

Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Dank der Partnerschaft mit der international tätigen Schweizer Bildagentur Keystone verfügt die Glückskette jederzeit kostenlos über ein umfassendes Angebot an aktuellen Bildern.

Keystone wirft einen Schweizerischen Blick auf unser Land und die Welt. Mit einem Team von 20 festangestellten Fotografinnen und Fotografen in der ganzen Schweiz und internationalen Partneragenturen wird sichergestellt, dass kein aktuelles Ereignis verpasst wird. Als grösste Bildagentur der Schweiz verfügt Keystone ausserdem über einen fast unendlichen Fundus zur sozialen Geschichte der Schweiz (rund 11 Millionen Archivbilder).

 

Swisscom

Swisscom

Ein nationaler Sammeltag der Glückskette ist ohne das Telefondispositiv von Swisscom undenkbar: zwischen 120 und 150 Telefonleitungen werden – regional sortiert – in sechs Sammelzentralen – die ebenfalls von der Swisscom ausgerüstet werden – geleitet. Am Tsunami-Sammeltag beispielsweise wurden so über 70'000 Anrufe bewältigt. Diese Dienstleistung ist an Sammeltagen gratis.

Das Internet als Kommunikationsmittel ist auch bei der Glückskette zentral. Die Swisscom AG unterstützt deshalb Jahr für Jahr den Internetauftritt der Glückskette mit einem namhaften Betrag. Swisscom (früher PTT) ist seit über sechzig Jahren treue Partnerin der Glückskette.

SRG SSR

SRG SSR

Die Glückskette entstand 1946 als Radiosendung in der Westschweiz – ihre erste Sammlung galt Waisenkindern des 2. Weltkriegs. Die Idee wuchs und wuchs und 1983 wurde die Glückskette eine von der SRG initiierte Stiftung. Die Glückskette ist heute eine Stiftung, welche Spenden sammelt für humanitäre Hilfsprojekte nach wie vor angeführt durch die SRG SSR.

An nationalen Solidaritäts- und Sammeltagen ist die «Glückskette» der Ausdruck von Solidarität und Hilfe der gesamten Bevölkerung in der ganzen Schweiz. Dies ist nur möglich, weil die SRG SSR ihre Sendungen kostenlos der Glückskette zur Verfügung stellt. Die Glückskette ist selber – mit wenigen Ausnahmen – keine Hilfsorganisation, sondern ein Solidarwerk, welches zurzeit mit  25 Schweizer Hilfswerken zusammenarbeitet.

Die Verbundenheit mit der SRG SSR zeigt sich darin, dass die Unternehmenseinheiten SRF, RTS, RTR und RSI alle mit einem Sitz im Stiftungsrat vertreten.