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Wieder selbstständig werden nach einer Katastrophe

  • 15.09.2009
  • Aktuelles

Wie können wir den Betroffenen nach einer grossen Katastrophe helfen, auch wirtschaftlich so schnell wie möglich wieder auf eigenen Beinen zu stehen? Welche Unterstützung ist nötig, damit sie den Lebensunterhalt wieder selber bestreiten können? Die Glückskette ist in einem Seminar diesen immer wichtiger werdenden Fragen nachgegangen.

Alain Geiger, Leiter der Projektabteilung

Der Wiederaufbau nach dem Tsunami hat in dieser Beziehung ein noch nie dagewesenes Ausmass erreicht. Um aus diesen Erfahrungen Lehren zu ziehen und die richtigen Strategien zu entwickeln, hat die Glückskette ihre Partnerorganisationen, Vertreter der DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit) und unabhängige Berater und internationalen  Experten zu einem Informationsaustausch eingeladen.

Adriaan Ferf bringt es in seiner Präsentation auf den Punkt: «Wir haben manchmal das Geld, aber nicht die richtige Strategie, um den Leuten nach einer Katastrophe nicht nur schnell sondern auch nachhaltig zu helfen.» Der unabhängige Berater der Glückskette zieht dieses Fazit nach einer von der Glückskette in Auftrag gegebenen Studie über die Hilfe in Sri Lanka. In den letzten Jahrzehnten der Entwicklungshilfe hat man viele Strategien entwickelt, über den Haufen geworfen und wenn nötig verbessert. Es gehe aber nicht nur darum Projekte auszuführen, sondern auch nachzuprüfen, ob sie effektiv waren und aus den Erfolgen und Fehlern zu lernen.

Innovative Plattform für Erfahrungsaustausch
Dieser Erfahrungsaustausch unter den Hilfswerken ist nicht institutionalisiert. Die Glückskette bietet hier eine solche Plattform, die bei den Projektverantwortlichen grossen Anklang gefunden hat. «Wir konnten hier konkret miteinander diskutieren, wie wir die Projekte bei zukünftigen Katastrophen schon viel früher miteinander verlinken können,» fasst Manfred Borer, der Projektverantwortliche von Swisscontact in Aceh, zusammen. «Das heisst nicht, dass alle Organisationen in Zukunft gemeinsam Häuser aufbauen und Arbeitsplätze schaffen, sondern jeder bleibt bei seinen Kernkompetenzen. Aber man könnte unter anderem die Unterstützung für die Betroffenen in den verschiedenen Lebensbereiche viel früher zusammenführen.»

Der Co-Studienleiter des NADEL an der ETH Zürich, Ruedi Baumgartner,  leitete das Seminar und zieht am Schluss eine Bilanz für die Zukunft: «Wir können hier aus den gemachten Erfahrungen von den noch laufenden Projekte der Post-Tsunami Periode konkrete Rückschlüsse ableiten und die Lehren, welche die Glückskette und ihre Partner ziehen, für das Engagement in zukünftigen Katastrophen nutzen.»

Alain Geiger  und sein Team werden nun aufgrund der gesammelten Fakten eine Check-Liste erstellen, die in Zukunft den Hilfswerken aufzeigen könnte, welche Strategien sich als nachhaltig erwiesen haben und wie diese umgesetzt werden können. «Wir können nicht innerhalb von zwei Tagen ein Thema abschliessend diskutieren, welches noch  in den Anfangsschuhen steckt. Aber es hat sicher ein gewisses Bewusstsein dafür geschaffen, was wir gemeinsam aus den verschiedensten Perspektiven heraus gelernt haben und wohin wir das Augenmerk verstärkt richten sollen», ist das positive Fazit des Projektleiters der Glückskette.

Mehr dazu in der Radiosendung «Glückskette aktuell» vom 20.9.09

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Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Dank der Partnerschaft mit der international tätigen Schweizer Bildagentur Keystone verfügt die Glückskette jederzeit kostenlos über ein umfassendes Angebot an aktuellen Bildern.

Keystone wirft einen Schweizerischen Blick auf unser Land und die Welt. Mit einem Team von 20 festangestellten Fotografinnen und Fotografen in der ganzen Schweiz und internationalen Partneragenturen wird sichergestellt, dass kein aktuelles Ereignis verpasst wird. Als grösste Bildagentur der Schweiz verfügt Keystone ausserdem über einen fast unendlichen Fundus zur sozialen Geschichte der Schweiz (rund 11 Millionen Archivbilder).

 

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Ein nationaler Sammeltag der Glückskette ist ohne das Telefondispositiv von Swisscom undenkbar: zwischen 120 und 150 Telefonleitungen werden – regional sortiert – in sechs Sammelzentralen – die ebenfalls von der Swisscom ausgerüstet werden – geleitet. Am Tsunami-Sammeltag beispielsweise wurden so über 70'000 Anrufe bewältigt. Diese Dienstleistung ist an Sammeltagen gratis.

Das Internet als Kommunikationsmittel ist auch bei der Glückskette zentral. Die Swisscom AG unterstützt deshalb Jahr für Jahr den Internetauftritt der Glückskette mit einem namhaften Betrag. Swisscom (früher PTT) ist seit über sechzig Jahren treue Partnerin der Glückskette.

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Die Glückskette entstand 1946 als Radiosendung in der Westschweiz – ihre erste Sammlung galt Waisenkindern des 2. Weltkriegs. Die Idee wuchs und wuchs und 1983 wurde die Glückskette eine von der SRG initiierte Stiftung. Die Glückskette ist heute eine Stiftung, welche Spenden sammelt für humanitäre Hilfsprojekte nach wie vor angeführt durch die SRG SSR.

An nationalen Solidaritäts- und Sammeltagen ist die «Glückskette» der Ausdruck von Solidarität und Hilfe der gesamten Bevölkerung in der ganzen Schweiz. Dies ist nur möglich, weil die SRG SSR ihre Sendungen kostenlos der Glückskette zur Verfügung stellt. Die Glückskette ist selber – mit wenigen Ausnahmen – keine Hilfsorganisation, sondern ein Solidarwerk, welches zurzeit mit  25 Schweizer Hilfswerken zusammenarbeitet.

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