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Felix Küchler - der Humanist

  • 29.11.2013
  • Hintergründe

Schon während des Medizinstudiums entscheidet sich Felix Küchler für eine Auslanderfahrung mit Asme-Humanitas, einem deutschen Hilfswerk. Insgesamt hat er dann zehn Jahre in Afrika gearbeitet und gelebt. Humanismus und Afrika: zwei Stichworte, die uns durch das Gespräch mit dem Gesundheitsexperten der Glückskette begleiten.

Wie definiert Küchler Humanismus und was bedeutet er für ihn bei der Aufgabe als Gesundheitsexperte? «Das menschliche Leben, oder besser gesagt der Mensch als Lebewesen muss im Mittelpunkt stehen und mit ihm der Respekt für Kulturen, die Natur und die Mitmenschen», erklärt er.

«Medizin kann sich nicht auf das Kurative beschränken»

Bei der Beurteilung von Projekten für die Glückskette sieht er diese dementsprechend immer in einem grösseren Zusammenhang. Medizin kann sich nicht auf das Kurative beschränken und schon gar nicht in fragilen Staaten. Zu einer soliden Gesundheitsversorgung gehören Zugang zu sauberem Wasser, gut verständliche und applizierbare Hygienemassnahmen aber auch eine gesunde Ernährung mit viel Vitaminen und Eiweiss, zum Beispiel Bohnen und Eier. Auch Bildung gehört dazu, aber nicht theorielastig und belehrend, sondern ganz praktisch und pragmatisch, um den betroffenen Menschen die Möglichkeit zu geben ihre Lebensumstände zu verbessern.

Konkret und nachhaltig handeln

Einen Schlüssel der Analyse von Projekten sieht er in der Zusammensetzung der Budgets. «Wenn die Personalkosten die Investitionskosten bei Weitem übertreffen, dann habe ich Bedenken». Dies heisst nämlich für Küchler, dass das Hilfswerk viele Helfer beschäftigt, diese aber zu wenig Mittel für Eigeninitiativen der Bevölkerung zur Verfügung stellen. «Empowerment und Partizipation» heisst die Devise.

Er lebt, was er predigt

Felix Küchler lebt was er predigt. Mit weiteren Experten gründete er vor zwölf Jahren die Organisation «newTree». Der Name ist Programm. In Burkina Faso konnten dank «newTree» bisher 600 Hektaren Halbwüste wiederbewaldet werden. Tausende von Menschen finden dank diesen natürlichen Mischwäldern Nahrung, Heilmittel und fruchtbaren Boden. Selber engagiert er sich in Gambia und Benin wo in zahlreichen Dörfern Frauen von seinem Familienplanungsprogramm Gebrauch machen. Auch hier setzt der gewählte Ansatz auf Nachhaltigkeit. «Anstatt Pillen oder Kondome zu verteilen, klären wir die Frauen mit einfachen Mitteln auf, wie sie ihren Körper und den Menstruationszyklus wahrnehmen können». Mit Erfolg: Von den Ausgebildeten ist bisher keine ungewollt schwanger geworden.

In grösstmöglicher Autarkie

Noch einen Schritt weiter gehen Küchler und seine Partnerin in ihrem eigenen Lebensstil. Ab kommendem Frühjahr werden sie oberhalb von Salgesch im Wallis nach den Prinzipien der «Enkeltauglichkeit» leben. Möglichst viele Konsumgüter – Nahrung, Wasser, Elektrizität, Heizung – werden nach ökologischen und nachhaltigen Prinzipien vor Ort selber produziert. Sein Biowein findet dabei heute schon zufriedene Abnehmer.

Ein Experte mit Ecken und Kanten

Küchler ist sich bewusst, dass er in der COPRO von Zeit zu Zeit aneckt. «Mein Ansatz ist derjenige aus der Entwicklungszusammenarbeit. Aus meinen Erfahrungen in afrikanischen Flüchtlingslagern weiss ich aber auch, dass man bei der Nothilfe schnell und direkt helfen muss. Da die Glückskette in der Phase des Wiederaufbaus auf Nachhaltigkeit setzt, denke ich, dass es wichtig ist, dort Prinzipien der Entwicklungszusammenarbeit zu integrieren». Er bescheinigt den Hilfswerken, dass sie dies mittlerweile viel stärker beachten und auf konstruktive Kritik besser eingehen als vor fünf Jahren als er bei der COPRO anfing. «Ohne die Unterstützung des Präsidenten Göpf Berweger hätte ich in diesem Gremium allerdings nur schwer Fuss gefasst, da ich halt doch ein wenig dogmatisch bin», schliesst er selbstkritisch das Gespräch.

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Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» (PPG)

Privatradios Pro

13 Privatradios in der Deutschschweiz haben sich zur Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» zusammengeschlossen und unterstützen aktiv Spendenaufrufe, Sammeltage und weitere Aktivitäten der Glückskette. 

 

 

 

Keystone

Keystone

Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Dank der Partnerschaft mit der international tätigen Schweizer Bildagentur Keystone verfügt die Glückskette jederzeit kostenlos über ein umfassendes Angebot an aktuellen Bildern.

Keystone wirft einen Schweizerischen Blick auf unser Land und die Welt. Mit einem Team von 20 festangestellten Fotografinnen und Fotografen in der ganzen Schweiz und internationalen Partneragenturen wird sichergestellt, dass kein aktuelles Ereignis verpasst wird. Als grösste Bildagentur der Schweiz verfügt Keystone ausserdem über einen fast unendlichen Fundus zur sozialen Geschichte der Schweiz (rund 11 Millionen Archivbilder).

 

Swisscom

Swisscom

Ein nationaler Sammeltag der Glückskette ist ohne das Telefondispositiv von Swisscom undenkbar: zwischen 120 und 150 Telefonleitungen werden – regional sortiert – in sechs Sammelzentralen – die ebenfalls von der Swisscom ausgerüstet werden – geleitet. Am Tsunami-Sammeltag beispielsweise wurden so über 70'000 Anrufe bewältigt. Diese Dienstleistung ist an Sammeltagen gratis.

Das Internet als Kommunikationsmittel ist auch bei der Glückskette zentral. Die Swisscom AG unterstützt deshalb Jahr für Jahr den Internetauftritt der Glückskette mit einem namhaften Betrag. Swisscom (früher PTT) ist seit über sechzig Jahren treue Partnerin der Glückskette.

SRG SSR

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Die Glückskette entstand 1946 als Radiosendung in der Westschweiz – ihre erste Sammlung galt Waisenkindern des 2. Weltkriegs. Die Idee wuchs und wuchs und 1983 wurde die Glückskette eine von der SRG initiierte Stiftung. Die Glückskette ist heute eine Stiftung, welche Spenden sammelt für humanitäre Hilfsprojekte nach wie vor angeführt durch die SRG SSR.

An nationalen Solidaritäts- und Sammeltagen ist die «Glückskette» der Ausdruck von Solidarität und Hilfe der gesamten Bevölkerung in der ganzen Schweiz. Dies ist nur möglich, weil die SRG SSR ihre Sendungen kostenlos der Glückskette zur Verfügung stellt. Die Glückskette ist selber – mit wenigen Ausnahmen – keine Hilfsorganisation, sondern ein Solidarwerk, welches zurzeit mit  25 Schweizer Hilfswerken zusammenarbeitet.

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