Syrien

Komplexe Nothilfe für Opfer des Syrienkonfliktes

  • 24.04.2015
  • Syrien

Aufgrund des gewalttätigen Konfliktes sahen sich rund 12 Millionen Syrerinnen und Syrer gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Acht Millionen davon sind Vertriebene im eigenen Land, vier Millionen sind über die Landesgrenze geflüchtet und haben grösstenteils in den Nachbarländern Zuflucht gefunden. Die Nothilfe für diese Menschen ist aufgrund ihrer Langfristigkeit ausserordentlich komplex.

Die Glückskette und ihre Partnerhilfswerke sind bemüht, sowohl in Syrien selbst als auch in den Nachbarländern Projekte durchzuführen, welche dem Kontext und den Begünstigten in bester Weise gerecht werden.

In Syrien selbst arbeiten die Hilfswerke unter widrigsten Bedingungen und der Zugang zur notleidenden Bevölkerung ist sehr schwierig. Unter diesen Umständen kann nur eine äusserst dringende Überlebenshilfe in Form von Nahrungsmittelverteilungen erbracht werden.

Langfristige und komplexe Nothilfe
In den Nachbarländern Syriens stellt vor allem die Langfristigkeit der Krise eine grosse Herausforderung für die Hilfswerke dar. Nothilfe, die normalerweise eher kurzfristig angelegt ist, dauert nun seit mehreren Jahren an und sowohl die Partnerhilfswerke als auch die Glückskette sind bestrebt, diese Hilfe möglichst kontinuierlich leisten zu können, um die notleidenden Menschen nicht im Stich zu lassen.

Drei Viertel aller Flüchtlinge leben ausserhalb von Flüchtlingslagern, verstreut in informellen Lagern, bei Verwandten, Gastfamilien oder in gemieteten Unterkünften. Oft können sie sich aufgrund ihres Status, ihrer finanziellen Lage und der sich ständig ändernden Situation jedoch nicht langfristig niederlassen. Eine langfristige Betreuung der Begünstigten ist daher oft schwierig.

47 Nothilfeprojekte für 450'000 Menschen

Trotz dieser enormen Herausforderungen haben die Partnerhilfswerke der Glückskette mit den bisher gesammelten 19,5 Millionen Franken 47 äusserst hilfreiche Projekte umgesetzt. Diese bieten medizinische und psychosoziale Hilfe für die stark traumatisierten Menschen, Nahrungsmittelhilfe und Unterstützung bei der Suche und Bezahlung der Unterkünfte.

Bei den sogenannten Cash-Projekten erhalten die Begünstigten eine Debitkarte mit regelmässigen Geldüberweisungen. Über das erhaltene Geld können sie selbst verfügen und die Prioritäten so legen, dass sie für sie stimmen. Die meisten Begünstigten zahlen mit dem Geld Nahrungsmittel, Medikamente oder die Miete.

Um Spannungen mit der lokalen Bevölkerung zu vermeiden, integrieren die Partnerhilfswerke bei ihren Projekten – dort wo es Sinn macht – die Gastfamilien oder unterstützen die Gemeinden bei Infrastrukturprojekten. Denn diese werden durch die hohe Zahl an Flüchtlingen sehr strapaziert.

Politische Lösung nötig
Angesichts des verheerenden Dramas im Mittelmeer zeigt es sich, dass die Hilfe vor Ort in Syrien und in den Nachbarländern sehr wichtig ist, auch wenn sie die ausweglose Lage für die Flüchtlinge nur lindern aber nicht lösen kann. Eine politische Lösung ist der einzige Weg, um den Millionen von Opfern eine bessere Zukunft in Aussicht zu stellen.

    Die Glückskette ist eine Stiftung, gegründet auf Initiative der SRG SSR | Partnerschaft & Zusammenarbeit

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    13 Privatradios in der Deutschschweiz haben sich zur Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» zusammengeschlossen und unterstützen aktiv Spendenaufrufe, Sammeltage und weitere Aktivitäten der Glückskette. 

     

     

     

    Keystone

    Keystone

    Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Dank der Partnerschaft mit der international tätigen Schweizer Bildagentur Keystone verfügt die Glückskette jederzeit kostenlos über ein umfassendes Angebot an aktuellen Bildern.

    Keystone wirft einen Schweizerischen Blick auf unser Land und die Welt. Mit einem Team von 20 festangestellten Fotografinnen und Fotografen in der ganzen Schweiz und internationalen Partneragenturen wird sichergestellt, dass kein aktuelles Ereignis verpasst wird. Als grösste Bildagentur der Schweiz verfügt Keystone ausserdem über einen fast unendlichen Fundus zur sozialen Geschichte der Schweiz (rund 11 Millionen Archivbilder).

     

    Swisscom

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    Ein nationaler Sammeltag der Glückskette ist ohne das Telefondispositiv von Swisscom undenkbar: zwischen 120 und 150 Telefonleitungen werden – regional sortiert – in sechs Sammelzentralen – die ebenfalls von der Swisscom ausgerüstet werden – geleitet. Am Tsunami-Sammeltag beispielsweise wurden so über 70'000 Anrufe bewältigt. Diese Dienstleistung ist an Sammeltagen gratis.

    Das Internet als Kommunikationsmittel ist auch bei der Glückskette zentral. Die Swisscom AG unterstützt deshalb Jahr für Jahr den Internetauftritt der Glückskette mit einem namhaften Betrag. Swisscom (früher PTT) ist seit über sechzig Jahren treue Partnerin der Glückskette.

    SRG SSR

    SRG SSR

    Die Glückskette entstand 1946 als Radiosendung in der Westschweiz – ihre erste Sammlung galt Waisenkindern des 2. Weltkriegs. Die Idee wuchs und wuchs und 1983 wurde die Glückskette eine von der SRG initiierte Stiftung. Die Glückskette ist heute eine Stiftung, welche Spenden sammelt für humanitäre Hilfsprojekte nach wie vor angeführt durch die SRG SSR.

    An nationalen Solidaritäts- und Sammeltagen ist die «Glückskette» der Ausdruck von Solidarität und Hilfe der gesamten Bevölkerung in der ganzen Schweiz. Dies ist nur möglich, weil die SRG SSR ihre Sendungen kostenlos der Glückskette zur Verfügung stellt. Die Glückskette ist selber – mit wenigen Ausnahmen – keine Hilfsorganisation, sondern ein Solidarwerk, welches zurzeit mit  25 Schweizer Hilfswerken zusammenarbeitet.

    Die Verbundenheit mit der SRG SSR zeigt sich darin, dass die Unternehmenseinheiten SRF, RTS, RTR und RSI alle mit einem Sitz im Stiftungsrat vertreten.