Erdbeben Kashmir

Drei Jahre nach dem Erdbeben in Pakistan: Experte beurteilt geleistete Hilfe

  • 02.06.2009
  • Erdbeben Kashmir

© Peter Jaeggi

Im Oktober 2005 wurde Kaschmir, im Norden Pakistans, von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht, das über 3,5 Millionen Menschen obdachlos machte. Angesichts des Ausmasses dieser Katastrophe lancierte die Glückskette einen Spendenaufruf, der 12,4 Millionen Franken ergab. Dies ermöglichte die Finanzierung von 23 Projekten, die von sechs Partner-Hilfswerken der Glückskette umgesetzt wurden.

Zuerst wurde Nothilfe geleistet: Verteilung von Nahrungsmitteln, Bau von provisorischen Unterkünften und Latrinen. Es folgten sanitären Massnahmen, psychosoziale Betreuung von Kindern, Projekte zu Instandstellung und Wiederaufbau wie dem Bau von erdbebensicheren Schulen und Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung.

Drei Jahre später evaluierte der Baufachmann Heiner Gloor im Auftrag der Glückskette vor Ort die Ausführung all dieser Projekte. In seinem Bericht zieht er eine Reihe von Schlussfolgerungen: Vorerst wird unterstreichen, dass der Wiederaufbau der Schulen und der Wasserleitungen beste Noten verdient. Die Wahl von lokal verfügbaren Materialien für Notunterkünfte sowie Zelte war sinnvoll und wird von der einheimischen Bevölkerung sehr geschätzt. Auch nach dem Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur werden diese Unterkünfte weiterhin für unterschiedliche Zwecke (Materiallager, Stall, usw.) verwendet. Dank einem gesonderten Bereich für Frauen und einem erleichterten Zugang zu Wasser werden die neuen Latrinen regelmässig genutzt. Um den Unterhalt der Infrastrukturen und insbesondere der Schulen zu gewährleisten ist es sinnvoll, diesem Aspekt von Anfang an grosse Aufmerksamkeit zu schenken und möglichst einfache Baupläne zu erstellen. Ein wichtiger Beitrag zum Unterhalt ist zudem die Schulung von lokalem Personal, insbesondere der Lehrkräfte.

Die Rücksicht auf lokale soziale und kulturelle Traditionen ist für den Erfolg der Hilfsprojekte vorrangig. In einem Land wie Pakistan, wo der Einbezug von Frauen häufig eingeschränkt ist, müssen Information oft auf andere Art vermittelt werden. Im Hygienebereich beispielsweise können die Mütter oft über ihre Kinder, die in der Schule solche Themen behandeln, sensibilisiert werden.

Angesichts der positiven Ergebnisse der Evaluierung empfiehlt Heiner Gloor, die in Pakistan erworbenen Erfahrungen im Rahmen von künftigen Einsätzen in ähnlichem Kontext einzubringen.

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