Haiti / Karibik

"Die Schulen möglichst schnell wieder öffnen damit Alltag einkehrt"

  • 24.05.2005
  • Haiti/Karibik

Der Wirbelsturm "Jeanne" hatte am 21. September 2004 in der Stadt Gonaïves riesige Verwüstungen hinterlassen. Die Fluten haben die Häuser bis zum ersten Geschoss erreicht und eine dicke Schicht von Schlamm und Unrat hinterlassen. Auch wenn viel Wasser inzwischen abgeflossen ist und die Sonne den Sumpf langsam trocknet, bleiben immer noch Pfützen zurück und Diarrhöe eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung.

Wichtige Infrastrukturen wie Schulen, Spitäler, die Stadtverwaltung, Trinkwasserstellen, das Elektrizitätswerk usw. funktionieren noch nicht oder in einem Provisorium. Trotz der sehr schwierigen Umstände spürt man den zähen Willen und die Entschlossenheit der Stadtbewohner, der misslichen Lage Herr zu werden. In den Quartieren wird der Dreck von Hand aus den Höfen und Häusern auf die Strasse getragen. Mit einer nicht endenden Lastwagenkolonne werden dann die meterhohen Dreckshaufen aus der Stadt gefahren. Die Räumungsarbeiten werden von Hilfsorganisationen wie Caritas, CARE und der UNO untereinander koordiniert und mit Geldbeiträgen unterstützt.

Die Trinkwasserversorgung der Stadt wird z.B. durch ein mobiles Trinkwasseraufbereitungssystem, welches von Frankreich eingeflogen wurde sichergestellt. Weiter wurde durch das Rote Kreuz aus Norwegen ein vollwertiges Zeltspital mit zwei Operationssälen installiert. Gemeinsam mit anderen Rotkreuzgesellschaften finanziert das Schweiz. Rote Kreuz den Unterhalt und die Medikamente für das Spital mit. Neben den vielen Schnittwunden die behandelt werden müssen, da die Leute barfuss im Schlamm voller Splitter und Glasscherben marschieren, erblicken auch einige Neugeborene unter dem Zeltdach erstmals das Licht der Welt.

Der Fluss, der die Stadt Gonaïves überschwemmte, hat auch auf dem Land Zerstörung gebracht und (auf der Suche nach einem neuen Flussbett) viel fruchtbares Ackerland mit Geröll und Schutt zerstört sowie die zur Bewässerung der Felder notwendigen Wasserkanäle zugeschüttet. Deshalb wird nun nach der ersten Nothilfe ein Schwergewicht der Wiederaufbauarbeiten bei der Instandstellung des Bewässerungssystems liegen, damit möglichst schnell mit dem Ackerbau begonnen werden kann. Zusätzlich werden die bereits vor dem Wirbelsturm „Jeanne“ angelaufenen Aufforstungsprojekte weiter unterstützt, um die zerstörende Erosion zu dämmen. Die betroffenen Bauernfamilien werden mit Saatgut und Kleintieren unterstützt, damit eine minimale Selbstversorgung sichergestellt werden kann. " Unserem Land ist in einer politisch sehr schwierigen Situation. Für die verunsicherte Bevölkerung, sind funktionierende Schulen ein wichtiger Indikator, dass so etwas wie Normalität herrscht. Deshalb müssen die Schulen möglichst schnell wieder geöffnet werden damit der Alltag einkehrt. Das Leben geht weiter," sagt der Bischof von Gonaïves. Diesem Anliegen werden Projekte von Caritas, Heks und der Heilsarmee gerecht, die gezielt Schulen bei der Renovation der Gebäude und deren Einrichtung unterstützen.

Die Glückskette hat einen ersten Betrag von CHF 500'000 an unmittelbare Nothilfe-Projekte geleistet. Projekte mit einer Beteiligung von über 1,3 Mio CHF sind in der Pipeline und werden bis Ende Jahr durchgeführt.

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    Ein nationaler Sammeltag der Glückskette ist ohne das Telefondispositiv von Swisscom undenkbar: zwischen 120 und 150 Telefonleitungen werden – regional sortiert – in sechs Sammelzentralen – die ebenfalls von der Swisscom ausgerüstet werden – geleitet. Am Tsunami-Sammeltag beispielsweise wurden so über 70'000 Anrufe bewältigt. Diese Dienstleistung ist an Sammeltagen gratis.

    Das Internet als Kommunikationsmittel ist auch bei der Glückskette zentral. Die Swisscom AG unterstützt deshalb Jahr für Jahr den Internetauftritt der Glückskette mit einem namhaften Betrag. Swisscom (früher PTT) ist seit über sechzig Jahren treue Partnerin der Glückskette.

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