Kinderopfer von Kriegen

Traumatische Kriegsfolgen

  • 20.10.2003
  • Kinder - Opfer von Kriegen

"Zur Ausbildung von Jugendlichen in paramilitärischen Gruppen gehörte, zuzuschauen, wie Gefangene mit Messern oder Kettensägen verstümmelt werden. Täglich töteten sie drei bis vier Menschen pro Trainingseinheit. Verschiedene Gruppen wechselten sich dabei ab", schildert der Jugendliche Oscar seine traumatischen Erlebnisse in Kolumbien. Viele Kriegsfolgen bleiben unsichtbar, eingraviert in die Seele. Diese inneren Verletzungen zu heilen, ist eine enorme Herausforderung. Deshalb gehören zu den Musterprojekten der Glückskette auch solche aus Bosnien, Serbien und Palästina. Prozesse zur Überwindung von psychischen Schäden, aber auch Programme zur Friedensförderung innerhalb verfeindeter Ethnien, dauern oft jahrelang.

Projektbeispiel

Land: Bosnien & Herzegovina, Kanton Tuzla

Projektbeschrieb: Psychotherapie für kriegstraumatisierte Frauen und Kinder

Der Krieg in Bosnien und Herzegovina in der Zeit von 1992 – 1996 verursachte eine Reihe traumatischer Erfahrungen. Diese sind noch lange nicht überwunden; viele Menschen sind erst jetzt in der Lage, mehr als 7 Jahre nach Kriegsende, Hilfe für die Aufarbeitung ihrer Erlebnisse zu suchen.

Die Organisation Vive Zene leistet Frauen und Kindern, die Opfer verschiedener traumatischer Erlebnisse und verschiedener Formen von Folter wurden (psychologisch, physisch und sexuell), psychosoziale Hilfe. Kinder sind nicht nur Opfer primärer Traumatisierung, sondern sie leiden auch unter der Traumatisierung ihrer Mütter, was ein wichtiger Faktor für ihre Entwicklung und die Überwindung ihrer Probleme bedeutet. Sie sind einer Trauma-Übertragung von Generation zu Generation ausgesetzt. Folgen davon sind Aggressionen und inadäquates soziales Verhalten, Überanpassung, Hyperaktivität, Verdrängen von Kriegserlebnissen und Verweigerung, über schmerzhafte Erlebnisse zu sprechen, psychosomatische Probleme, Unfähigkeit, die eigenen Gefühle auszudrücken, emotionale Probleme und Lernprobleme, vor allem aber auch eine schwierige Beziehung zur Mutter.

Im Rahmen des Projektes soll den Kindern mit Unterstützung von Psychotherapeutinnen und Pädagoginnen ein normaler Trauer-Prozess ermöglicht werden. Fragen zum Krieg sollen thematisiert werden und sie lernen über Probleme zu sprechen und ihre Aggressionen zu reduzieren. Zwischenmenschliche Beziehungen aber auch das Selbstbildnis werden verbessert. Eine Reduktion von Trauma-Symptomen wie Kopf- und Magenschmerzen, übermässiges Schwitzen, Schlafstörungen und nächtliches Bettnässen ist ein weiteres Resultat der Therapie. Ihre traumatisierten Mütter, von denen sie sozial und emotional vernachlässigt wurden, gehen gleichzeitig durch einen Therapieprozess, so dass nach und nach eine gegenseitige Annäherung möglich wird. Die Wand des Schweigens zwischen Mutter und Kind kann langsam durchbrochen werden, und eine herzliche Beziehung kann sich entwickeln.

Begünstigte:
Stationäre Therapie: ca. 20 – 40 Kinder pro Jahr / Ambulante Therapie: ca. 150 Kinder
Zusätzlich: ca. 1000 Menschen, v.a. Frauen direkt durch das Projekt begünstigt.
Die intern Vertriebenen (v.a. aus der Region Srebrenica) stellen ursprünglich die Hauptzielgruppe des Projektes dar; zunehmend werden aber auch Bedürfnisse der lokal ansässigen Bevölkerung berücksichtigt. Es geht hierbei v.a. um häusliche Gewalt als Folge des Krieges.

Hilfswerk: IAMANEH Schweiz,

Lokaler Partner vor Ort: Vive Zene
Sammelkampagne der Glückskette "Kinder - Opfer von Kriegen"

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    • Keystone
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    • SRG SSR

    Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» (PPG)

    Privatradios Pro

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    Keystone

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    Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Dank der Partnerschaft mit der international tätigen Schweizer Bildagentur Keystone verfügt die Glückskette jederzeit kostenlos über ein umfassendes Angebot an aktuellen Bildern.

    Keystone wirft einen Schweizerischen Blick auf unser Land und die Welt. Mit einem Team von 20 festangestellten Fotografinnen und Fotografen in der ganzen Schweiz und internationalen Partneragenturen wird sichergestellt, dass kein aktuelles Ereignis verpasst wird. Als grösste Bildagentur der Schweiz verfügt Keystone ausserdem über einen fast unendlichen Fundus zur sozialen Geschichte der Schweiz (rund 11 Millionen Archivbilder).

     

    Swisscom

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    Ein nationaler Sammeltag der Glückskette ist ohne das Telefondispositiv von Swisscom undenkbar: zwischen 120 und 150 Telefonleitungen werden – regional sortiert – in sechs Sammelzentralen – die ebenfalls von der Swisscom ausgerüstet werden – geleitet. Am Tsunami-Sammeltag beispielsweise wurden so über 70'000 Anrufe bewältigt. Diese Dienstleistung ist an Sammeltagen gratis.

    Das Internet als Kommunikationsmittel ist auch bei der Glückskette zentral. Die Swisscom AG unterstützt deshalb Jahr für Jahr den Internetauftritt der Glückskette mit einem namhaften Betrag. Swisscom (früher PTT) ist seit über sechzig Jahren treue Partnerin der Glückskette.

    SRG SSR

    SRG SSR

    Die Glückskette entstand 1946 als Radiosendung in der Westschweiz – ihre erste Sammlung galt Waisenkindern des 2. Weltkriegs. Die Idee wuchs und wuchs und 1983 wurde die Glückskette eine von der SRG initiierte Stiftung. Die Glückskette ist heute eine Stiftung, welche Spenden sammelt für humanitäre Hilfsprojekte nach wie vor angeführt durch die SRG SSR.

    An nationalen Solidaritäts- und Sammeltagen ist die «Glückskette» der Ausdruck von Solidarität und Hilfe der gesamten Bevölkerung in der ganzen Schweiz. Dies ist nur möglich, weil die SRG SSR ihre Sendungen kostenlos der Glückskette zur Verfügung stellt. Die Glückskette ist selber – mit wenigen Ausnahmen – keine Hilfsorganisation, sondern ein Solidarwerk, welches zurzeit mit  25 Schweizer Hilfswerken zusammenarbeitet.

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