Kinderopfer von Kriegen

Die Kinder von Sincelejo

  • 17.07.2007
  • Kinder - Opfer von Kriegen

«Es ist ein zentrales Bedürfnis, dass die Kinder wieder in die Schulen gehen», sagt Sabine Meier. Die junge Frau ist gerade von einem Hilfseinsatz in Kolumbien zurückgekehrt. Der dortige Bürgerkrieg hat zahllose Familien zu Flüchtlingen im eigenen Land gemacht. Die Kinder sind unterernährt und traumatisiert – und haben durch die Flucht jahrelang keine Schule besuchen können. Der von der Glückskette finanzierte Nachhilfeunterricht und die gesundheitlichen Massnahmen ermöglichen es ihnen, den Schulanschluss trotzdem zu bewältigen.

Seit Jahrzehnten findet in Kolumbien ein bewaffneter Konflikt zwischen Guerillas, Paramilitärs und Regierungsgruppen statt. Im Norden des Landes dient die Stadt Sincelejo als Auffangbecken für die Menschen, die aus dem heftig umkämpften umliegenden Bergland fliehen müssen. Als Flüchtlinge im eigenen Land seien die Familien oft jahrelang unterwegs, meint Sabine Maier vom Hilfswerk Vivamos Mejor zu ihren Erfahrungen vor Ort. Speziell betroffen sind vor allem die Kinder. Sie leiden an Unterernährung, sind aus ihrem sozialen Netzwerk gerissen und haben während der Flucht oft jahrelang keinen Schulunterricht besuchen können.

Die Glückskette hat deshalb ein Projekt finanziert, das den Kindern durch Nachhilfestunden den Anschluss an den regulären Schulunterricht ermöglicht. Jene Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, meldet das Partnerhilfswerk Vivamos Mejor an und schickt sie hin. «Die Kinder sollen nicht nur den Schulanschluss schaffen», sagt Maier. «Wichtig ist auch, dass wir den Kindern wieder eine normale Tagesstruktur geben – und gleichzeitig bewahren wir sie damit davor, auf der Strasse von den Rebellen rekrutiert zu werden».

Beim Nachhilfeunterricht greift Vivamos Mejor auf junge Leute aus den Quartieren vor Ort zurück. Die Vorbereitung auf die Schule zahle sich aus, berichtet Maier; neunzig Prozent der begünstigten Kinder bestehen dadurch das Schuljahr. Um einen nachhaltigen Erfolg zu gewährleisten, bezieht das Projekt die Eltern mit ein. Von dieser Elternarbeit profitieren nicht nur die betroffenen Kinder, sondern auch deren Geschwister – also durchschnittlich ungefähr vier bis fünf weitere Kinder.

Das von der Glückskette finanzierte Projekt ist ein Erfolg, doch die Arbeit ist noch nicht zu Ende. Die Kriegsmigration ist ein langer Prozess. Es dauere ungefähr 10 Jahre, bis die Familien nach der Flucht wieder in stabilen Verhältnissen lebten, sagt Maier. Rückblickend sei die für das Projekt berechnete Zeit von anderthalb Jahren zu kurz bemessen gewesen. Deshalb wird Vivamos Mejor seine Arbeit fortsetzen – und das Projekt anschliessend in die Hände der Bewohner von Sincelejo übergeben.

    Die Glückskette ist eine Stiftung, gegründet auf Initiative der SRG SSR | Partnerschaft & Zusammenarbeit

    • Privatradios Pro
    • Keystone
    • Swisscom
    • SRG SSR

    Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» (PPG)

    Privatradios Pro

    13 Privatradios in der Deutschschweiz haben sich zur Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» zusammengeschlossen und unterstützen aktiv Spendenaufrufe, Sammeltage und weitere Aktivitäten der Glückskette. 

     

     

     

    Keystone

    Keystone

    Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Dank der Partnerschaft mit der international tätigen Schweizer Bildagentur Keystone verfügt die Glückskette jederzeit kostenlos über ein umfassendes Angebot an aktuellen Bildern.

    Keystone wirft einen Schweizerischen Blick auf unser Land und die Welt. Mit einem Team von 20 festangestellten Fotografinnen und Fotografen in der ganzen Schweiz und internationalen Partneragenturen wird sichergestellt, dass kein aktuelles Ereignis verpasst wird. Als grösste Bildagentur der Schweiz verfügt Keystone ausserdem über einen fast unendlichen Fundus zur sozialen Geschichte der Schweiz (rund 11 Millionen Archivbilder).

     

    Swisscom

    Swisscom

    Ein nationaler Sammeltag der Glückskette ist ohne das Telefondispositiv von Swisscom undenkbar: zwischen 120 und 150 Telefonleitungen werden – regional sortiert – in sechs Sammelzentralen – die ebenfalls von der Swisscom ausgerüstet werden – geleitet. Am Tsunami-Sammeltag beispielsweise wurden so über 70'000 Anrufe bewältigt. Diese Dienstleistung ist an Sammeltagen gratis.

    Das Internet als Kommunikationsmittel ist auch bei der Glückskette zentral. Die Swisscom AG unterstützt deshalb Jahr für Jahr den Internetauftritt der Glückskette mit einem namhaften Betrag. Swisscom (früher PTT) ist seit über sechzig Jahren treue Partnerin der Glückskette.

    SRG SSR

    SRG SSR

    Die Glückskette entstand 1946 als Radiosendung in der Westschweiz – ihre erste Sammlung galt Waisenkindern des 2. Weltkriegs. Die Idee wuchs und wuchs und 1983 wurde die Glückskette eine von der SRG initiierte Stiftung. Die Glückskette ist heute eine Stiftung, welche Spenden sammelt für humanitäre Hilfsprojekte nach wie vor angeführt durch die SRG SSR.

    An nationalen Solidaritäts- und Sammeltagen ist die «Glückskette» der Ausdruck von Solidarität und Hilfe der gesamten Bevölkerung in der ganzen Schweiz. Dies ist nur möglich, weil die SRG SSR ihre Sendungen kostenlos der Glückskette zur Verfügung stellt. Die Glückskette ist selber – mit wenigen Ausnahmen – keine Hilfsorganisation, sondern ein Solidarwerk, welches zurzeit mit  25 Schweizer Hilfswerken zusammenarbeitet.

    Die Verbundenheit mit der SRG SSR zeigt sich darin, dass die Unternehmenseinheiten SRF, RTS, RTR und RSI alle mit einem Sitz im Stiftungsrat vertreten.