«Jeder Rappen zählt» 2014

«Jeder Rappen zählt» 2014: Erste Projekte für Familien auf der Flucht

  • 07.04.2015
  • «Jeder Rappen zählt» 2014

© Medair/Wendy van Amerongen

Die Schweizer Bevölkerung hat während der Aktion «Jeder Rappen zählt» 2014 sieben Millionen Franken für Familien auf der Flucht gespendet. Drei Monate später können SRF und die Glückskette Rechenschaft über die ersten eingesetzten Spenderfranken ablegen.

Während des ganzen Tages blickt SRF3 am 7. April 2015 auf die Spendenaktion zurück. Im Mittelpunkt stehen dabei drei Projekte, zwei im Libanon und eines im Südsudan, wo die Hilfswerke HEKS, Solidar Suisse und Medair dank den gesammelten Spenden Tausenden von Flüchtlingen helfen.

Unterkünfte und Bargeldhilfe im Libanon
Die Syrienkrise geht ins fünfte Jahr und knapp vier Millionen Menschen sahen sich aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen gezwungen, aus Syrien zu fliehen. Über eine Million Menschen haben dabei Zuflucht im Libanon gefunden. Sie sind aber auch hier zum Überleben auf externe Hilfe angewiesen.

HEKS stellt während den kommenden sechs Monaten 949 Flüchtlingsfamilien und 190 Gastfamilien, welche Flüchtlinge bei sich aufnehmen, Debitkarten zur Verfügung. Diese werden monatlich mit 100 USD für die Flüchtlingsfamilien und mit 50 USD für die Gastfamilien aufgeladen. Damit können die Flüchtlinge ihre dringendsten Bedürfnisse wie Nahrungsmittel, Arztbesuche, Medikamente oder Miete decken und legen dabei die Prioritäten so, dass es für sie stimmt. Durch den Einbezug der Gastfamilien in das Projekt können Spannungen zwischen ihnen und den Flüchtlingen reduziert werden.

Solidar Suisse stellt im Süden des Libanons Rohbauten fertig und renoviert baufällige Wohnungen, um die Lebensqualität der Flüchtlinge zu verbessern. Dies ist nötig, da heute viele Wohnungen der Flüchtlinge eher Bauruinen sind, die weder Isolation noch Sicherheit oder Zugang zu sanitären Anlagen bieten. Um die Hilfe längerfristig und solide aufzuziehen, vereinbart Solidar Suisse mit den Besitzerinnen und Besitzern der Wohnungen einen Vertrag, in dem die Instandstellung durch das Hilfswerk und gleichzeitig die Gratis-Miete zugunsten der Flüchtlingsfamilien während eines Jahres geregelt sind. Insgesamt profitieren 100 Flüchtlingsfamilien von diesem Projekt.

Nothilfe im Südsudan
Im Südsudan leben zur Zeit rund 250'000 Flüchtlinge, die mehrheitlich aus dem Sudan stammen. Der jüngste Staat der Welt gehört auch zu den ärmsten Ländern und die Menschen auf der Flucht brauchen dringend Nothilfe. Medair unterstützt über 9000 Familien in einem Flüchtlingslager mit medizinischer Grundversorgung, Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen, Nahrungsmitteln und psychosozialer Unterstützung, da viele von ihnen stark traumatisiert sind. Mit diesen Hilfeleistungen soll die hohe Krankheits- und Todesrate unter den Flüchtlingen gesenkt werden.

Verschiedene Partnerhilfswerke haben der Glückskette bereits weitere Projekte zur Finanzierung angekündigt. Diese werden in den kommenden Monaten geprüft und, falls gutgeheissen, ebenfalls mitfinanziert.

    Die Glückskette ist eine Stiftung, gegründet auf Initiative der SRG SSR | Partnerschaft & Zusammenarbeit

    • Privatradios Pro
    • Keystone
    • Swisscom
    • SRG SSR

    Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» (PPG)

    Privatradios Pro

    13 Privatradios in der Deutschschweiz haben sich zur Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» zusammengeschlossen und unterstützen aktiv Spendenaufrufe, Sammeltage und weitere Aktivitäten der Glückskette. 

     

     

     

    Keystone

    Keystone

    Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Dank der Partnerschaft mit der international tätigen Schweizer Bildagentur Keystone verfügt die Glückskette jederzeit kostenlos über ein umfassendes Angebot an aktuellen Bildern.

    Keystone wirft einen Schweizerischen Blick auf unser Land und die Welt. Mit einem Team von 20 festangestellten Fotografinnen und Fotografen in der ganzen Schweiz und internationalen Partneragenturen wird sichergestellt, dass kein aktuelles Ereignis verpasst wird. Als grösste Bildagentur der Schweiz verfügt Keystone ausserdem über einen fast unendlichen Fundus zur sozialen Geschichte der Schweiz (rund 11 Millionen Archivbilder).

     

    Swisscom

    Swisscom

    Ein nationaler Sammeltag der Glückskette ist ohne das Telefondispositiv von Swisscom undenkbar: zwischen 120 und 150 Telefonleitungen werden – regional sortiert – in sechs Sammelzentralen – die ebenfalls von der Swisscom ausgerüstet werden – geleitet. Am Tsunami-Sammeltag beispielsweise wurden so über 70'000 Anrufe bewältigt. Diese Dienstleistung ist an Sammeltagen gratis.

    Das Internet als Kommunikationsmittel ist auch bei der Glückskette zentral. Die Swisscom AG unterstützt deshalb Jahr für Jahr den Internetauftritt der Glückskette mit einem namhaften Betrag. Swisscom (früher PTT) ist seit über sechzig Jahren treue Partnerin der Glückskette.

    SRG SSR

    SRG SSR

    Die Glückskette entstand 1946 als Radiosendung in der Westschweiz – ihre erste Sammlung galt Waisenkindern des 2. Weltkriegs. Die Idee wuchs und wuchs und 1983 wurde die Glückskette eine von der SRG initiierte Stiftung. Die Glückskette ist heute eine Stiftung, welche Spenden sammelt für humanitäre Hilfsprojekte nach wie vor angeführt durch die SRG SSR.

    An nationalen Solidaritäts- und Sammeltagen ist die «Glückskette» der Ausdruck von Solidarität und Hilfe der gesamten Bevölkerung in der ganzen Schweiz. Dies ist nur möglich, weil die SRG SSR ihre Sendungen kostenlos der Glückskette zur Verfügung stellt. Die Glückskette ist selber – mit wenigen Ausnahmen – keine Hilfsorganisation, sondern ein Solidarwerk, welches zurzeit mit  25 Schweizer Hilfswerken zusammenarbeitet.

    Die Verbundenheit mit der SRG SSR zeigt sich darin, dass die Unternehmenseinheiten SRF, RTS, RTR und RSI alle mit einem Sitz im Stiftungsrat vertreten.