Taifun Haiyan

Taifun Haiyan: Übergang von der Nothilfe zum Wiederaufbau

  • 20.03.2014
  • Taifun Haiyan

© Glückskette

Zwischen Nothilfe und Wiederaufbau läuft auf den Philippinen die Phase des «early recovery». Es handelt sich dabei um erste Massnahmen für den Wiederaufbau, welche schon sehr früh nach der Katastrophe eingeleitet werden.

 

Stephan Grosse Rüschkamp, Projektbeauftragter für die Philippinen bei der Glückskette, besuchte während einer Woche die Gebiete, welche besonders von der Zerstörung durch den Taifun Haiyan betroffen sind. Für seine Arbeit ist es wichtig, dass er sich selbst ein Bild des Kontextes macht, sieht welche Gebiete am meisten Hilfe benötigen und wie die Arbeit der Partnerhilfswerke anläuft.

Privathäuser, Schulen und Einkommensförderung

Aufgrund seiner Analyse, der Gutachten von Bau- und Entwicklungsexperten, die ebenfalls die Region besucht haben, und dem Austausch mit den Partnerhilfswerken werden in der Folge die Schwerpunkte des Wiederaufbaus der Glückskette festgelegt. Es geht darum, zu definieren, welche Kriterien die zu unterstützenden Projekte der Partnerhilfswerke erfüllen müssen: geographischer Fokus, Arten von Bauten und deren Qualität und ob genügend Betroffene erreicht werden.

Geographisch soll sich der Wiederaufbau auf die stark betroffenen Gebiete der Inseln Samar und Leyte konzentrieren. In dieser Region richtete nicht nur der Wind enorme Zerstörung an, sondern auch die vom Taifun ausgelöste Welle. Zudem wurden in dieser Region auch enorme Schäden im Bereich der Fischerei und der Landwirtschaft angerichtet.

Im Bereich der Gebäude wird der Fokus auf der Reparatur und dem Bau von privaten Häusern sowie Schulen und Gesundheitseinrichtungen liegen. Da viele Menschen durch die Zerstörungen an Landwirtschaft (Kokosplantagen) und Fischerei auch ihre Arbeit verloren haben, wird die Glückskette sie mit flankierenden Massnahmen dabei unterstützen, eine Arbeit zu finden und Geld zu verdienen.

Aus der «Early recovery-Phase» für den Wiederaufbau lernen

Diese Schlussfolgerungen basieren vor allem aus den Erkenntnissen der «Early-recovery-Phase». Das ist die Phase, die nach der Nothilfe den Wiederaufbau einleitet. Noch während der Nothilfe haben verschiedene Hilfswerke den betroffenen Menschen Reparatur-Kits mit Werkzeugen, Planen und zum Teil auch Holz und Wellblech verteilt. Damit konnten die Menschen bereits behelfsmässig ihre beschädigten Häuser reparieren oder sich Unterstände bauen.

Nun werden die tragenden Grundstrukturen von Häusern gebaut, die einen Pilot-Charakter haben. Sie sind zum Teil so gebaut, dass sie noch verlegt werden können, falls doch kein Baurecht an der entsprechenden Stelle besteht. Daneben erfüllen sie eine «Vorführ-Rolle»: Durch dieses Vorgehen können Bauweise und Materialen überprüft, getestet und gegebenenfalls noch an den lokalen Kontext angepasst werden. Zudem dient die Testphase der Schulung der lokalen Schreiner und Ingenieure, welche später mit der Unterstützung der Begünstigten die Gebäude bauen werden. Laut Grosse Rüschkamp ist es nun wichtig, zügig in grossem Rahmen mit dem Wiederaufbau zu beginnen, denn «die Bedürfnisse machen keine Pause».

 

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