Überschwemmung Europa

Flutopfer Osteuropa: Glückskette-Hilfe greift. Heim für 30 Obdachlose eröffnet

  • 20.01.2003
  • Überschwemmungen Europa

Fünf Monate nach den katastrophalen Überschwemmungen in Osteuropa und dem östlichen Deutschland sind Zahlen über Opfer und Schäden weitgehend aus den Schlagzeilen verschwunden. Dabei sind die Spuren - beispielsweise in Prag und Nordböhmen - noch überall präsent. In der tschechischen Hauptstadt mussten mehrere Gebäude abgerissen werden, Schleusen sind unbrauchbar, eine der drei U-Bahnlinien funktioniert seit Monaten nicht mehr. Im Stadtteil Karlin sind ganze Häuserzeilen noch immer unbewohnbar.

Überall im Land ist zahllosen Bauten anzusehen, wie hoch der Wasserpegel im August stand. Kindergärten, Schulen, Gemeinschaftszentren und selbst Kirchen tragen die Flutspuren: meist musste der Verputz bis auf Höhe des ersten Stockwerks entfernt werden.

In Kralupy, etwa 30 km nördlich von Prag, laufen Tag und Nacht Hunderte von Trocknungsgeräten, und es wird versucht, den Wettkampf gegen die eisige Winterkälte zu gewinnen: Durchfeuchtete Mauern werden bei Frost oft aufgesprengt und Hausteile dabei zerstört.

Die Glückskette und ihre Partner-Hilfswerke Caritas, HEKS, Rotes Kreuz und Schweiz. Arbeiterhilfswerk leisten, nach einer Phase der ersten Nothilfe, zurzeit wichtige Instandstellungs- und Wiederaufbauarbeit. Sei es bei Wohnhäusern, Gemeinschaftszentren, Jugendheimen in Deutschland, Tschechien, Rumänien und Ungarn. Zurzeit wird ein Beitrag zur Sanierung der Musikschule von Dresden geprüft. Bereits wurden Projekte für 2,5 Millionen Franken bewilligt; weitere in der Höhe von mehreren Millionen Franken sind in Vorbereitung. Sie kommen alle sozial Benachteiligten und der ärmeren Bevölkerung zugut.

Ein Beispiel: In Litomerice, unweit der tschechisch-deutschen Grenze, hat die Glückskette - zusammen mit der DEZA - die Finanzierung eines Heims für behinderte und ältere Menschen, die durch die Flutkatastrophe ihre Häuser verloren haben, mit Spendegeldern aus der Schweiz übernommen. Gegenwärtig ziehen die Betroffenen ins neu ausstaffierte Heim ein, das früher zu einem Nonnenkloster gehörte.

    Die Glückskette ist eine Stiftung, gegründet auf Initiative der SRG SSR | Partnerschaft & Zusammenarbeit

    • Privatradios Pro
    • Keystone
    • Swisscom
    • SRG SSR

    Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» (PPG)

    Privatradios Pro

    13 Privatradios in der Deutschschweiz haben sich zur Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» zusammengeschlossen und unterstützen aktiv Spendenaufrufe, Sammeltage und weitere Aktivitäten der Glückskette. 

     

     

     

    Keystone

    Keystone

    Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Dank der Partnerschaft mit der international tätigen Schweizer Bildagentur Keystone verfügt die Glückskette jederzeit kostenlos über ein umfassendes Angebot an aktuellen Bildern.

    Keystone wirft einen Schweizerischen Blick auf unser Land und die Welt. Mit einem Team von 20 festangestellten Fotografinnen und Fotografen in der ganzen Schweiz und internationalen Partneragenturen wird sichergestellt, dass kein aktuelles Ereignis verpasst wird. Als grösste Bildagentur der Schweiz verfügt Keystone ausserdem über einen fast unendlichen Fundus zur sozialen Geschichte der Schweiz (rund 11 Millionen Archivbilder).

     

    Swisscom

    Swisscom

    Ein nationaler Sammeltag der Glückskette ist ohne das Telefondispositiv von Swisscom undenkbar: zwischen 120 und 150 Telefonleitungen werden – regional sortiert – in sechs Sammelzentralen – die ebenfalls von der Swisscom ausgerüstet werden – geleitet. Am Tsunami-Sammeltag beispielsweise wurden so über 70'000 Anrufe bewältigt. Diese Dienstleistung ist an Sammeltagen gratis.

    Das Internet als Kommunikationsmittel ist auch bei der Glückskette zentral. Die Swisscom AG unterstützt deshalb Jahr für Jahr den Internetauftritt der Glückskette mit einem namhaften Betrag. Swisscom (früher PTT) ist seit über sechzig Jahren treue Partnerin der Glückskette.

    SRG SSR

    SRG SSR

    Die Glückskette entstand 1946 als Radiosendung in der Westschweiz – ihre erste Sammlung galt Waisenkindern des 2. Weltkriegs. Die Idee wuchs und wuchs und 1983 wurde die Glückskette eine von der SRG initiierte Stiftung. Die Glückskette ist heute eine Stiftung, welche Spenden sammelt für humanitäre Hilfsprojekte nach wie vor angeführt durch die SRG SSR.

    An nationalen Solidaritäts- und Sammeltagen ist die «Glückskette» der Ausdruck von Solidarität und Hilfe der gesamten Bevölkerung in der ganzen Schweiz. Dies ist nur möglich, weil die SRG SSR ihre Sendungen kostenlos der Glückskette zur Verfügung stellt. Die Glückskette ist selber – mit wenigen Ausnahmen – keine Hilfsorganisation, sondern ein Solidarwerk, welches zurzeit mit  25 Schweizer Hilfswerken zusammenarbeitet.

    Die Verbundenheit mit der SRG SSR zeigt sich darin, dass die Unternehmenseinheiten SRF, RTS, RTR und RSI alle mit einem Sitz im Stiftungsrat vertreten.