Zyklon Myanmar/Burma

Eine sichere Brücke verbindet zwei Dorfteile

  • 23.10.2009
  • Zyklon Myanmar/Burma

Eine neue Brücke verbindet die beiden Dorfteile wieder

Rahel Specht, Projektanalystin der Glückskette, kam vor wenigen Tagen von einer 14-tägigen Reise durch Burma/Myanmar zurück. Dabei konnte sie neben mehreren Regionen auch die von der Glückskette mitfinanzierten Projekte besuchen, beispielsweise die neue Brücke in Ywar Thit.

Zur Erinnerung: Am 2. Mai 2008 richtete der Wirbelsturm Nagris an der Südküste Burmas/Myanmars schwere Verwüstungen an. Die Schäden waren enorm: mehr als 138'000 Tote und Vermisste, Millionen waren obdachlos. Trotz administrativer Hindernisse der burmesischen Regierung gelang es der Glückskette und ihren Partnerorganisationen, rasch vor Ort Hilfe zu leisten.

Neun Schweizer Hilfswerke konnten mit Hilfe ihres lokalen und internationalen Netzes und ihrer Präsenz im Land 20 Projekte realisieren: ADRA, Caritas Schweiz, Schweizerisches Rotes Kreuz, Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, François-Xavier Bagnoud International, Ärzte ohne Grenzen, Swissaid, Terre des hommes -Kinderhilfe und die Schweizerische/Deutsche Buddhistische Union.

 

Rahel Spechts Eindrücke

Sie waren zum ersten Mal in diesem Land. Was hat Sie beeindruckt?

Mein erster Eindruck war die Diskrepanz dieses Landes. Die unglaubliche Schönheit der Landschaft, die Sanftheit und Bescheidenheit der Menschen inmitten von Krisen. Beeindruckt hat mich auch die Bereitschaft der Bevölkerung, sich gegenseitig zu helfen. Nach dem Wirbelsturm haben sich spontan zahlreiche private Initiativen gebildet, um den Opfern zu Hilfe zu kommen.

 

Gibt es Probleme bei der Realisierung der Projekte?

Die grösste Herausforderung ist vermutlich der Transport. Die am stärksten betroffenen Dörfer liegen in weit abgelegenen Regionen. Manche Dörfer sind wegen der rauhen klimatischen Bedingungen (starken Regenfälle) nur mit Booten über ein Labyrinth von Kanälen und Wasserstrassen zu erreichen. Am schwierigsten ist der Zugang in der Zeit zwischen der  Regen- und der Trockenperiode: Während dieser Zeit können nur Kleinboote mit geringer Ladung eingesetzt werden.

 

Wie viele von der Glückskette unterstützte Projekte sind gegenwärtig in Gang?

Von den 20 von der Glückskette unterstützten Projekten sind gegenwärtig drei in Gang. Nach der Nothilfe (Verteilung von Notunterkünften, Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Medikamenten, Survival-Kits usw.) wurden 13 Instandstellungs- und Wiederaufbauprojekte unterstützt. Die derzeit laufenden Projekte sind dem Wiederaufbau von Schulen, der psychosozialen Unterstützung von Kindern, dem Wiederaufbau von Gemeinschaftstoiletten, der Erschliessung von Wasserquellen sowie der Sanierung und Verbesserung der sanitären und hygienischen Massnahmen usw. gewidmet. Alle diese Projekte entsprechen konkreten und mit den Direktbetroffenen abgeklärten Bedürfnissen.

  

Wie arbeiten die Organisationen vor Ort?

Unter dem Patronat der DEZA wurde eine Plattform zum Austausch und zur Koordination der Aktivitäten der einzelnen Schweizer Organisationen eingerichtet. Ausserdem existieren thematische Arbeitsgruppen, die sämtliche vor Ort tätigen Organisationen vereinen. In einem Land, in dem die Hilfe durch schwerfällige Formalitäten der Regierung erschwert wird, ist die Koordination aller Aktionen der verschiedenen Hilfsorganisationen umso notwendiger und einleuchtender.

 

Die insgesamt rund fünf Millionen von der Glückskette gesammelten Spendengelder zugunsten der Opfer in Burma/Myanmar wurden mittlerweile vollumfänglich eingesetzt. Zwar hat die betroffene Bevölkerung heute ihre Lebensbedingungen, wie sie vor dem Zyklon vorherrschten, wiedererlangt. Nun sollten sie jedoch die Möglichkeit erhalten, einen Schritt weiter zu kommen, insbesondere durch zusätzliche Verbesserung der hygienischen Bedingungen, aber auch durch Vorkehrungen gegen zukünftige Katastrophen – beispielsweise durch den Bau von vor Wirbelstürmen sicheren Gemeinschaftsunterkünften.

    Die Glückskette ist eine Stiftung, gegründet auf Initiative der SRG SSR | Partnerschaft & Zusammenarbeit

    • Privatradios Pro
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    Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» (PPG)

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    13 Privatradios in der Deutschschweiz haben sich zur Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» zusammengeschlossen und unterstützen aktiv Spendenaufrufe, Sammeltage und weitere Aktivitäten der Glückskette. 

     

     

     

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    Keystone

    Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Dank der Partnerschaft mit der international tätigen Schweizer Bildagentur Keystone verfügt die Glückskette jederzeit kostenlos über ein umfassendes Angebot an aktuellen Bildern.

    Keystone wirft einen Schweizerischen Blick auf unser Land und die Welt. Mit einem Team von 20 festangestellten Fotografinnen und Fotografen in der ganzen Schweiz und internationalen Partneragenturen wird sichergestellt, dass kein aktuelles Ereignis verpasst wird. Als grösste Bildagentur der Schweiz verfügt Keystone ausserdem über einen fast unendlichen Fundus zur sozialen Geschichte der Schweiz (rund 11 Millionen Archivbilder).

     

    Swisscom

    Swisscom

    Ein nationaler Sammeltag der Glückskette ist ohne das Telefondispositiv von Swisscom undenkbar: zwischen 120 und 150 Telefonleitungen werden – regional sortiert – in sechs Sammelzentralen – die ebenfalls von der Swisscom ausgerüstet werden – geleitet. Am Tsunami-Sammeltag beispielsweise wurden so über 70'000 Anrufe bewältigt. Diese Dienstleistung ist an Sammeltagen gratis.

    Das Internet als Kommunikationsmittel ist auch bei der Glückskette zentral. Die Swisscom AG unterstützt deshalb Jahr für Jahr den Internetauftritt der Glückskette mit einem namhaften Betrag. Swisscom (früher PTT) ist seit über sechzig Jahren treue Partnerin der Glückskette.

    SRG SSR

    SRG SSR

    Die Glückskette entstand 1946 als Radiosendung in der Westschweiz – ihre erste Sammlung galt Waisenkindern des 2. Weltkriegs. Die Idee wuchs und wuchs und 1983 wurde die Glückskette eine von der SRG initiierte Stiftung. Die Glückskette ist heute eine Stiftung, welche Spenden sammelt für humanitäre Hilfsprojekte nach wie vor angeführt durch die SRG SSR.

    An nationalen Solidaritäts- und Sammeltagen ist die «Glückskette» der Ausdruck von Solidarität und Hilfe der gesamten Bevölkerung in der ganzen Schweiz. Dies ist nur möglich, weil die SRG SSR ihre Sendungen kostenlos der Glückskette zur Verfügung stellt. Die Glückskette ist selber – mit wenigen Ausnahmen – keine Hilfsorganisation, sondern ein Solidarwerk, welches zurzeit mit  25 Schweizer Hilfswerken zusammenarbeitet.

    Die Verbundenheit mit der SRG SSR zeigt sich darin, dass die Unternehmenseinheiten SRF, RTS, RTR und RSI alle mit einem Sitz im Stiftungsrat vertreten.