Erdbeben Haiti

Erfolgreiche Sammlung für Haiti: wie geht es weiter?

  • 10.02.2010
  • Erdbeben Haiti

Die Glückskette hat drei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti mehr als 40 Millionen Franken an Spenden erhalten. Felix Bollmann, Direktor der Glückskette, erklärt wie das Geld nun eingesetzt wird.

Weshalb war die Sammlung für die Erdbebenopfer von Haiti bisher so erfolgreich?
Die Katastrophe hat die Leute sehr bewegt: einerseits durch das Ausmass der Katastrophe, durch die Bilder, welche sie in den Medien zu sehen bekommen haben. Aber auch durch die enge Verbindung, die zwischen der Schweiz und Haiti besteht, welche sich auch durch die Präsenz von 16 Schweizer Hilfswerken manifestiert.  Zum Teil arbeiten einige von ihnen bereits seit 40 Jahren dort. Haiti ist für viele ein Schwerpunktland und sagt einiges über den desolaten Zustand des Landes bereits vor dem Erdbeben aus.

Wie werden diese Spendengelder nun eingesetzt?
Das Geld wird nicht sofort und alles auf einmal ausgegeben. Die Hilfe wird sich über mehrere Jahre hinaus erstrecken. Also wird das Geld in Etappen und sorgfältig eingesetzt. Unsere 16 Partnerhilfswerke, welche zum Teil seit mehreren Jahren vor Ort tätig gewesen sind, haben sehr schnell mit der Nothilfe begonnen und werden nun - unterstützt von einem starken lokalen Netzwerk und profunder Kenntnis der örtlichen Verhältnisse – mit der Planung der Instandstellungs- und Wiederaufbaumassnahmen beginnen. Diese Phase kann 2-5 Jahren dauern und muss auch dann stattfinden, wenn keine Kameras mehr auf Haiti gerichtet sind.

Die Hilfe zieht sich über mehrere Jahre hin: besteht da nicht die Gefahr, die Übersicht zu verlieren?

Nein, das Projektteam der Glückskette wird sich unter anderem auch vor Ort über den Stand der Projekte informieren und die Fortschritte begleiten. Auch die Finanzierung, welche in Etappen erfolgt, erlaubt es, die Kontrolle zu behalten. Wir sind es den Spenderinnen und Spendern gegenüber schuldig, dass wir den Einsatz der Spendengelder begleiten und auch darüber informieren.

    Die Glückskette ist eine Stiftung, gegründet auf Initiative der SRG SSR | Partnerschaft & Zusammenarbeit

    • Privatradios Pro
    • Keystone
    • Swisscom
    • SRG SSR

    Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» (PPG)

    Privatradios Pro

    13 Privatradios in der Deutschschweiz haben sich zur Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» zusammengeschlossen und unterstützen aktiv Spendenaufrufe, Sammeltage und weitere Aktivitäten der Glückskette. 

     

     

     

    Keystone

    Keystone

    Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Dank der Partnerschaft mit der international tätigen Schweizer Bildagentur Keystone verfügt die Glückskette jederzeit kostenlos über ein umfassendes Angebot an aktuellen Bildern.

    Keystone wirft einen Schweizerischen Blick auf unser Land und die Welt. Mit einem Team von 20 festangestellten Fotografinnen und Fotografen in der ganzen Schweiz und internationalen Partneragenturen wird sichergestellt, dass kein aktuelles Ereignis verpasst wird. Als grösste Bildagentur der Schweiz verfügt Keystone ausserdem über einen fast unendlichen Fundus zur sozialen Geschichte der Schweiz (rund 11 Millionen Archivbilder).

     

    Swisscom

    Swisscom

    Ein nationaler Sammeltag der Glückskette ist ohne das Telefondispositiv von Swisscom undenkbar: zwischen 120 und 150 Telefonleitungen werden – regional sortiert – in sechs Sammelzentralen – die ebenfalls von der Swisscom ausgerüstet werden – geleitet. Am Tsunami-Sammeltag beispielsweise wurden so über 70'000 Anrufe bewältigt. Diese Dienstleistung ist an Sammeltagen gratis.

    Das Internet als Kommunikationsmittel ist auch bei der Glückskette zentral. Die Swisscom AG unterstützt deshalb Jahr für Jahr den Internetauftritt der Glückskette mit einem namhaften Betrag. Swisscom (früher PTT) ist seit über sechzig Jahren treue Partnerin der Glückskette.

    SRG SSR

    SRG SSR

    Die Glückskette entstand 1946 als Radiosendung in der Westschweiz – ihre erste Sammlung galt Waisenkindern des 2. Weltkriegs. Die Idee wuchs und wuchs und 1983 wurde die Glückskette eine von der SRG initiierte Stiftung. Die Glückskette ist heute eine Stiftung, welche Spenden sammelt für humanitäre Hilfsprojekte nach wie vor angeführt durch die SRG SSR.

    An nationalen Solidaritäts- und Sammeltagen ist die «Glückskette» der Ausdruck von Solidarität und Hilfe der gesamten Bevölkerung in der ganzen Schweiz. Dies ist nur möglich, weil die SRG SSR ihre Sendungen kostenlos der Glückskette zur Verfügung stellt. Die Glückskette ist selber – mit wenigen Ausnahmen – keine Hilfsorganisation, sondern ein Solidarwerk, welches zurzeit mit  25 Schweizer Hilfswerken zusammenarbeitet.

    Die Verbundenheit mit der SRG SSR zeigt sich darin, dass die Unternehmenseinheiten SRF, RTS, RTR und RSI alle mit einem Sitz im Stiftungsrat vertreten.