Erdbeben Haiti

Koordination à la Glückskette: Effiziente Hilfe auf Haiti

  • 11.03.2010
  • Erdbeben Haiti

Nach den verheerenden Erdbeben auf Haiti hat die Glückskette bisher mehr als 56 Millionen an Spendengeldern erhalten. Jetzt ist das Projektteam nicht nur daran, das Geld sinnvoll zu verteilen, sondern sorgt auch dafür, dass die Hilfe unter den 15 Partnerhilfswerken hier in der Schweiz effizient koordiniert wird. Dafür hat sie bereits zwei Koordinationssitzungen organisiert. Weitere werden folgen. Und die Nothilfe auf Haiti läuft auf Hochtouren.

Effizientes Helfen heisst für viele Hilfswerke auch, sich zu vernetzen, zu wissen was die anderen tun, sich allenfalls auch auszuhelfen und immer wieder Informationen auszutauschen. Auch dabei kann die Glückskette Unterstützung leisten: Bereits zum zweiten Mal haben sich 15 Partnerhilfswerke der Glückskette an einen Tisch gesetzt und ihre Informationen bezüglich ihrer Arbeit auf Haiti ausgetauscht. Vor Ort im Katastrophengebiet übernimmt neben der UNO unter anderem auch die schweizerische DEZA, die staatliche Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, Koordinationsaufgaben.

Für Alain Geiger, Leiter des Projektteams bei der Glückskette, geht aus dem Austausch in diesen Informationssitzungen auch hervor, wie Synergien genutzt werden können und wie die Strategie zur effizienten Verteilung der Spendengelder aussehen soll, damit die Hilfe der Schweizer Hilfswerke auf Haiti kohärent ist.

Die Koordination durch die Glückskette hier in der Schweiz wird von allen sehr geschätzt,  wie auch der Vertreter der Heilsarmee, Markus Muntwiler, bestätigt: «Wir haben hier in der Schweiz eigentlich keine Informationen, was die anderen Partner direkt vor Ort machen. Dank dem Treffen hier an einer Koordinationssitzung haben wir zum Beispiel mit  Enfants du Monde vereinbart, mit ihnen zu schauen, wie wir ihnen Nahrungsmittel liefern könnten, was dann auch stattgefunden hat.» Die Heilsarmee ist auf Haiti für die Koordination in einem Flüchtlingslager zuständig. Dort müssen 3200 Familien, rund 16’000 Menschen, täglich ernährt werden. Eine riesige Aufgabe, welche eine Organisation im Alleingang gar nicht machen kann. «Die Heilsarmee Schweiz hat nun 560 Tausend Mahlzeiten finanziert, eine Mahlzeit kostet knapp 25 Rappen, macht rund 130'000 Franken, und die Glückskette hat uns 100’000 Franken an diese Mahlzeiten gegeben,» führt Muntwiler als konkretes Beispiel an. Ernährung ist das eine, Obdach das andere Problem. Die Glückskette unterstützt auch mehrere Hilfswerke, die sich ausserhalb von Port-au-Prince um Flüchtlinge kümmern, welche aus der zerstörten Stadt ins Umland kommen, um sich dort notdürftig einzurichten. Und wieder andere Hilfswerke kümmern sich um traumatisierte Erdbebenopfer.

Die Glückskette hier, die DEZA und die UNO vor Ort, koordinieren im Sinne einer guten Balance zwischen Aufwand und Ertrag. Alle diese Anstrengungen dürften in allernächster Zeit noch wichtiger werden. Nikolai Fischer von der Caritas ist eben aus Haiti zurückgekehrt und blickt besorgt voraus: Da ist einerseits die Regenzeit, die jetzt gerade begonnen hat und bis Ende April anhalten wird. Im Sommer beginnt die Hurrikan-Phase, welcher die Bevölkerung mit Sorge entgegensieht. «Wir sind deshalb darauf bedacht, alle Unterkünfte zusammen mit den Haitianern unter Anleitung aufzubauen, damit alles so sturmfest als möglich aufgestellt ist», erklärt der Programmverantwortliche der Caritas.   

    Die Glückskette ist eine Stiftung, gegründet auf Initiative der SRG SSR | Partnerschaft & Zusammenarbeit

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    Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» (PPG)

    Privatradios Pro

    13 Privatradios in der Deutschschweiz haben sich zur Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» zusammengeschlossen und unterstützen aktiv Spendenaufrufe, Sammeltage und weitere Aktivitäten der Glückskette. 

     

     

     

    Keystone

    Keystone

    Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Dank der Partnerschaft mit der international tätigen Schweizer Bildagentur Keystone verfügt die Glückskette jederzeit kostenlos über ein umfassendes Angebot an aktuellen Bildern.

    Keystone wirft einen Schweizerischen Blick auf unser Land und die Welt. Mit einem Team von 20 festangestellten Fotografinnen und Fotografen in der ganzen Schweiz und internationalen Partneragenturen wird sichergestellt, dass kein aktuelles Ereignis verpasst wird. Als grösste Bildagentur der Schweiz verfügt Keystone ausserdem über einen fast unendlichen Fundus zur sozialen Geschichte der Schweiz (rund 11 Millionen Archivbilder).

     

    Swisscom

    Swisscom

    Ein nationaler Sammeltag der Glückskette ist ohne das Telefondispositiv von Swisscom undenkbar: zwischen 120 und 150 Telefonleitungen werden – regional sortiert – in sechs Sammelzentralen – die ebenfalls von der Swisscom ausgerüstet werden – geleitet. Am Tsunami-Sammeltag beispielsweise wurden so über 70'000 Anrufe bewältigt. Diese Dienstleistung ist an Sammeltagen gratis.

    Das Internet als Kommunikationsmittel ist auch bei der Glückskette zentral. Die Swisscom AG unterstützt deshalb Jahr für Jahr den Internetauftritt der Glückskette mit einem namhaften Betrag. Swisscom (früher PTT) ist seit über sechzig Jahren treue Partnerin der Glückskette.

    SRG SSR

    SRG SSR

    Die Glückskette entstand 1946 als Radiosendung in der Westschweiz – ihre erste Sammlung galt Waisenkindern des 2. Weltkriegs. Die Idee wuchs und wuchs und 1983 wurde die Glückskette eine von der SRG initiierte Stiftung. Die Glückskette ist heute eine Stiftung, welche Spenden sammelt für humanitäre Hilfsprojekte nach wie vor angeführt durch die SRG SSR.

    An nationalen Solidaritäts- und Sammeltagen ist die «Glückskette» der Ausdruck von Solidarität und Hilfe der gesamten Bevölkerung in der ganzen Schweiz. Dies ist nur möglich, weil die SRG SSR ihre Sendungen kostenlos der Glückskette zur Verfügung stellt. Die Glückskette ist selber – mit wenigen Ausnahmen – keine Hilfsorganisation, sondern ein Solidarwerk, welches zurzeit mit  25 Schweizer Hilfswerken zusammenarbeitet.

    Die Verbundenheit mit der SRG SSR zeigt sich darin, dass die Unternehmenseinheiten SRF, RTS, RTR und RSI alle mit einem Sitz im Stiftungsrat vertreten.