Erdbeben Haiti

Wiederaufbau in Haiti

  • 23.09.2010
  • Erdbeben Haiti

© SRK

Der Wiederaufbau in Haiti kommt nur langsam voran. Vor allem in Port-au-Prince. Deshalb sind drei Partnerhilfswerke der Glückskette vorerst in den Provinzen aktiv geworden. In der Hauptstadt finanziert die Stiftung weiterhin vor allem psychosoziale Projekte und Bildungsprogramme, sowie Unterstützung für Frauen und Kinder.

In Port-au-Prince läuft acht Monate nach dem Erdbeben vom 12. Januar alles noch sehr langsam. Gemäss Zahlen der amerikanischen Behörde für internationale Entwicklung USAID sind erst 5% des Bauschutts abgetragen. Grundstückprobleme und die begrenzten Kapazitäten des stark geschwächten Staates machen den Wiederaufbau schwierig. «Deshalb konzentriert die Glückskette ihre Hilfe in der Hauptstadt im Augenblick auf psychosoziale Projekte sowie auf Hilfsprojekte für Frauen und Kinder ohne Schutz. Auf dem Land dagegen ist die Hilfe für den Wiederaufbau angelaufen», präzisiert Catherine Baud-Lavigne von der Glückskette. Nach der Nothilfe für die von Januar bis Ende April sechs Millionen Franken zur Verfügung gestellt wurden und mit denen Mahlzeiten, Zelte, Unterkünfte und Kochausrüstungen verteilt wurden unterstützt die Glückskette in der Hauptstadt weiterhin Sozial- und Bildungsprojekte.

Erste Häuser in den Bergen

Auf dem Land ist die Grundstückfrage weniger kompliziert und die Wiederaufbauprojekte sind angelaufen. «In der Regel weiss man, wem der Boden gehört. Die lokalen Behörden sind vorhanden und man kann die Projekte starten», erklärt Reto Gerber, verantwortlicher Architekt des Wiederaufbauprojekts von Caritas Schweiz in Haiti. Das Hilfswerk hat in der Region von Gressier, 30 Kilometer westlich von Port-au-Prince, soeben vier Pilothäuser fertiggestellt. Diese werden als Modell für die Fabrikation von 100 Häusern dienen, die in einer ersten Phase bis Ende Januar 2011 gebaut werden. Nach Abschluss dieser Arbeiten werden 1700 Häuser rund 10’000 Menschen eine Unterkunft in der Bergregion bieten.

Auch ein weiteres von der Glückskette unterstütztes Wiederaufbauprojekt zeigt erste Ergebnisse. Das Rote Kreuz hat das Fundament für die ersten 60 Häuser gelegt, die in der Nähe des Erdbebenepizentrums im Dorf Palmiste-à-Vin gebaut werden. Das Projekt soll in einem Jahr abgeschlossen sein und wird 600 Familien, d.h. mehr als 4000 Personen, eine dauerhafte Unterkunft bieten. In Petit Goave erhielt ADRA ebenfalls Gelder von der Glückskette für den Bau von 350 temporären Unterkünften mit Platz für 2000 Menschen.

Langfristige Investitionen

«In der Startphase der Projekte sind die Baukosten höher, da wir zuerst Abklärungen vornehmen und die Baustellen einrichten müssen. Danach sinken die Kosten», präzisiert Alain Geiger, Leiter Projekte bei der Glückskette. In den kommenden Monaten werden weitere Projekte der Glückskette anlaufen. Der Wiederaufbau in Haiti erfordert Zeit. «Wir wollen Gewissheit haben, dass die ausgewählten Projekte nachhaltig sind und kein Pfusch», fährt der Projektleiter weiter. Das für Haiti gesammelte Geld ist zweckgebunden, es wird nicht anderweitig eingesetzt.

Die Glückskette, die 65 Millionen Franken für die Hilfe auf Haiti gesammelt hat, setzte bisher rund 13 Millionen Franken für 14 Notprojekte und 3 Wiederaufbau- und Instandstellungsprojekte ein. Dieses eingesetzte Geld entspricht den Erfahrungen: «In der Regel fliessen 15% des gespendeten Geldes in die Nothilfe und danach 70% in den Wiederaufbau und die Instandstellungen sowie weitere 15% am Schluss zur nachhaltigen Absicherung der Wiederaufbauhilfe (z.B. Umschulungen, Kleinkredite etc.)», schliesst Alain Geiger seine Ausführungen ab.  

Jean-Yves Clémenzo, freier Journalist

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