Erdbeben Haiti

Glückskette in Haiti

  • 26.10.2010
  • Erdbeben Haiti

Neun Monate nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti läuft der Wiederaufbau auf dem Land. Aber die Situation in der Hauptstadt Port-au-Prince bleibt schwierig. Alain Geiger, der Leiter Projekte der Glückskette, hat sich vor Ort umgeschaut und sich informiert.

Wir erinnern uns an die schrecklichen Bilder aus Haiti. Port-au-Prince lag in Schutt und Asche, kein Stein war mehr auf dem andern. Gibt es heute auch Lichtblicke?

Ja, die gibt es. Ich denke an die Begegnung mit einer Frau; das Beben machte sie zur Paraplegikerin. In der Zwischenzeit hat sie gelernt mit dem Rollstuhl umzugehen dank der Hilfe von Handicap International. Trotz der grossen Schwierigkeiten zeigen die Haitianerinnen und Haitianer ganz viel Willenskraft und schauen vorwärts. Wir können sie dabei unterstützen und den Menschen Perspektiven geben.  Ich denke da auch an die Familie, die ich auf dem Land gesehen habe, die wieder ein Dach über dem Kopf hat. 

 

Wie verläuft denn der Wiederaufbau?

Sehr schwierig, vor allem in der Hauptstadt. Hier in der Schweiz können wir uns das kaum vorstellen. Es geht zuerst einmal darum, die riesigen Schuttberge wegzuräumen. Man weiss nicht wohin mit den rund 20 Millionen Kubikmetern Schutt.  Ist der Schutt endlich einmal aus dem Weg, gibt es andere Schwierigkeiten zu lösen. In den Armenvierteln besitzen die meisten Bewohner keine Papiere. Es geht also unter anderem um die Klärung der Eigentumsverhältnisse. Diese Aufgabe kann nicht von den Hilfswerken bewältigt werden und die Regierung scheint hier zu wenig aktiv. Aufgrund dieser Schwierigkeiten konzentriert sich die Hilfe der Glückskette in der Hauptstadt mehrheitlich auf den sozialen Bereich. Dies zum Beispiel bei der Unterstützung von Kindern. Die Glückskette und Terre des hommes Schweiz erstellen provisorische Klassenräume, damit die Kinder wieder in die Schule gehen können. Strassen- oder auch Waisenkinder erhalten regelmässig etwas zu essen. 

 

Wie sieht es dann ausserhalb der Stadt, auf dem Land aus? 

Hier ist es etwas einfacher. Die Glückskette unterstützt zwei Wiederaufbauprojekte von Caritas und vom Schweizerischen Roten Kreuz. Weitere Projekte von HEKS und Medair, in denen beschädigte Holzhäuser repariert werden, sind bei uns in Prüfung. 

 

Wie lange wird der Wiederaufbau dauern? 

Der Wiederaufbau wird Jahre in Anspruch nehmen. Es geht in kleinen Schritten vorwärts, aber es geht vorwärts und die Richtung stimmt. Die über 65 Millionen an Spenden für Haiti werden in Haiti gebraucht und diese Spenden helfen.

Mehr dazu in der Radiosendung «Glückskette aktuell» vom 17.10.2010

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    Keystone wirft einen Schweizerischen Blick auf unser Land und die Welt. Mit einem Team von 20 festangestellten Fotografinnen und Fotografen in der ganzen Schweiz und internationalen Partneragenturen wird sichergestellt, dass kein aktuelles Ereignis verpasst wird. Als grösste Bildagentur der Schweiz verfügt Keystone ausserdem über einen fast unendlichen Fundus zur sozialen Geschichte der Schweiz (rund 11 Millionen Archivbilder).

     

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    Ein nationaler Sammeltag der Glückskette ist ohne das Telefondispositiv von Swisscom undenkbar: zwischen 120 und 150 Telefonleitungen werden – regional sortiert – in sechs Sammelzentralen – die ebenfalls von der Swisscom ausgerüstet werden – geleitet. Am Tsunami-Sammeltag beispielsweise wurden so über 70'000 Anrufe bewältigt. Diese Dienstleistung ist an Sammeltagen gratis.

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