Erdbeben Haiti

Wiederaufbau mit Herausforderungen

  • 16.04.2012
  • Erdbeben Haiti

Dank der Hilfe von Schweizer Hilfsorganisationen leben zwei Jahre nach dem Erdbeben auf Haiti viele Menschen wieder in ihren eigenen Häusern, was die Rückkehr in ein normales Leben ermöglicht.

Ende 2010 erfasste eine Cholera-Epidemie das Land und musste eingedämmt werden. Christophe Rochat, Projektanalyst bei der Glückskette, nahm im März 2012 mit einer unabhängigen Expertengruppe bereits zum dritten Mal vor Ort einen Augenschein und berichtet: «Tausende von Familien haben nun Toiletten neben ihrem Haus und Auffangbecken für Regenwasser. Da die Cholera fast eine halbe Million Menschen betraf, sind dies sehr wichtige Einrichtungen, um die Krankheit präventiv zu bekämpfen. Um sauberes Trinkwasser zu besorgen, waren die Menschen vorher oft bis zu zwei Stunden zu Fuss unterwegs.»

Positive Stimmung trotz behördlichen Hürden

Während viele andere internationale Organisationen Haiti bereits wieder verlassen haben, stehen 14 Partnerhilfswerke der Glückskette nach wie vor im Einsatz. Die Arbeitsbedingungen für die Hilfswerke und ihre Mitarbeiter sind indes nicht einfach. Oft stehen sie vor grossen logistischen Herausforderungen bei der Beschaffung von Material zum Wiederaufbau und aufgrund schlechter Strassen. Hinzu kommen behördliche Hürden bei der Verzollung von Gütern oder bei der Zulassung von Hilfswerken, was viel Zeit in Anspruch nimmt. Christophe Rochat: «Die Mitarbeitenden der Hilfswerke lassen sich trotz der schwierigen Lebensbedingungen ohne Komfort in den betroffenen Regionen nicht entmutigen. Sie geben vollen Einsatz bei der Unterstützung der Bevölkerung im Wiederaufbau des Landes.» Rochat ergänzt: «Manchmal ist es für die Hilfswerke nicht einfach, erfahrene französisch sprechende Mitarbeiter zu rekrutieren, die langfristig eingesetzt werden können, was ebenfalls immer wieder zu Verzögerungen führt. Insgesamt ist aber der grösste Teil der laufenden Hilfsprojekte auf guten Wegen.»

Dauerhafte Hilfe

Im Moment laufen 30 Hilfsprojekte auf Haiti, in denen sich die Partnerorganisationen der Glückskette um den Häuserbau, die medizinische Versorgung, Kinderschutz, die Ankurbelung der Land- und Fischwirtschaft und die Wasserversorgung und Hygiene kümmern. Die Hilfe auf Haiti beschränkte sich im ersten Jahr fast ausschliesslich auf die Nothilfe, die wegen der grossen Verwüstung durch das Erdbeben und die Cholera-Epidemie sehr umfangreich war. Seither umfasst sie vor allem langfristige Arbeiten. Dies erklärt auch, warum mehr als 20 der gesamthaft über 66 Millionen Franken Spendengelder noch nicht eingesetzt sind, wie Christophe Rochat bestätigt: «Im Durchschnitt verwenden wir gegen 70% der gesamten Spendengelder für den Wiederaufbau und die Rehabilitation. In Haiti dürften die grossen Bauprojekte noch weitere drei bis vier Jahre dauern.»

Hilfswerke vor Ort im Einsatz

Ärzte ohne Grenzen Schweiz (MSF), ADRA, Caritas Schweiz, Enfants du Monde, Handicap International, HEKS, Helvetas, Iamaneh, Medair, Médecins du Monde, Nouvelle Planète, Schweizerisches Rotes Kreuz, Terre des hommes – Kinderhilfe, Terres des Hommes Suisse. Nichtpartnerhilfswerke: EIRENE Suisse, Grupo Sofonias

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