Erdbeben Haiti

Bilanz nach drei Jahren Not- und Wiederaufbauhilfe in Haiti

  • 29.11.2012
  • Erdbeben Haiti

Fast drei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti besuchte Christophe Rochat, Projektbeauftragter bei der Glückskette, die Hilfsprojekte, um den Fortschritt zu begutachten.

Wie schätzen Sie die humanitäre Situation in Haiti ein?

Ich bin soeben von meiner vierten Projektreise aus Haiti zurückgekehrt. Bei meinen Projektbesuchen konnte ich sehen, dass den Opfern des Erdbebens von Seiten der Schweizer Hilfswerke sehr effizient geholfen wird.

In welchen Bereichen sind diese Hilfswerke genau tätig?

Die Hilfe reicht von medizinischer Grundversorgung, über die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen und Wiederaufbau von Häusern, Schulen und Spitälern, die durch das Erdbeben zerstört wurden. Aber auch berufliche Ausbildungen im Bereich der Fischerei und Landwirtschaft für die Opfer der Katastrophe gehören zu den Bereichen in denen die Hilfswerke tätig sind.

Mit welchen Schwierigkeiten haben die Hilfswerke am meisten zu kämpfen?

Jeden Tag aufs Neue stehen die engagierten und qualifizierten Auslandsmitarbeiter der Schweizer Hilfswerke vor grossen Herausforderungen. Unterstützt werde sie dabei von gut ausgebildeten haitianischen Mitarbeitenden. Im Bereich der Logistik zum Beispiel erschweren die Transportwege, die sich in sehr schlechtem Zustand befinden, die tägliche Arbeit und auch die Beziehung zur lokalen Bevölkerung ist nicht immer einfach.

Gibt es Spannungen mit der lokalen Bevölkerung?

Die Beziehungen sind meist sehr bereichernd, manchmal aber auch etwas heikel, denn die haitische Bevölkerung ist sehr stolz und ihre Unabhängigkeit ist ihnen sehr wichtig. Dies steht zum Teil im Widerspruch mit dem grossen Bedarf nach Hilfe, die nach Naturkatastrophen, von denen Haiti immer wieder heimgesucht wird, besonders gross ist. Erschwerend ist zusätzlich, dass die schwachen staatlichen und zivilen Strukturen mit der Situation schlicht überfordert sind.

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