Seebeben Asien

Ein Jahr nach dem Tsunami: Glückskette hilft täglich mit einer halben Million

  • 08.12.2005
  • Seebeben Asien

Das System Glückskette hat sich bewährt, die Hilfe läuft rascher als erwartet, stösst aber immer wieder auf Schwierigkeiten: so bilanziert die Glückskette ein Jahr nach dem Tsunami die Arbeit ihrer Partner-Hilfswerke. Die Glückskette hat bis heute für Opfer des Seebebens in Südostasien knapp 226 Millionen Franken an Spenden erhalten. Bis jetzt wurden bereits 90 Projekte im Gesamtbetrag von 122'349'328 Franken bewilligt, was pro Tag rund einer halben Million Franken entspricht. Projekte für weitere 34 Mio Franken sind zurzeit in Abklärung.

In mehreren Fällen half die Glückskette auch direkt Schweizerinnen und Schweizern, die von der Tsunami-Katastrophe betroffen wurden. "Trotz der Rekordsumme wird das Geld rascher aufgebraucht sein, als wir gerechnet haben“, meint Félix Bollmann, Direktor der Glückskette. "Das System Glückskette hat sich bewährt", bilanziert auch Andreas Blum, Präsident der Projektkommission, jenem Fachgremium, das die Gelder der Glückskette zuteilt. Die Glücks-kette finanziert Projekte von 17 Schweizer Hilfswerken und mehreren weiteren privaten Hilfsaktionen in fünf Ländern (Indien, Indonesien, Somalia, Sri Lanka, Thailand). Haupteinsatzgebiete sind Sri Lanka (46 Mio) und Indonesien (40 Mio).

Für Not- und Soforthilfe sowie erste Übergangslösungen wurden ca. 20 Millionen eingesetzt. Damit wurden Zelte, Decken, Medikamente, Lebensmittel, Küchensets, Boote, Fischernetze und Plachen bezahlt. Das meiste Material wurde an Ort und Stelle oder in Nachbarländern beschafft. Für die Unterbringung von Obdachlosen bei Privaten und für einen Teil der Aufräum- und Bauarbeiten werden sogenannte Cash-Programme angewendet: die Betroffenen werden für ihre Mitarbeit namentlich erfasst und direkt bezahlt.

Die Phase Wiederaufbau/Entwicklung ist angelaufen und umfasst den Bau von ganzen Dörfern, mehreren tausend Häusern, Schulen, Spitälern, Boote, Fischereiausrüstungen, Wasserver- und Entsorgungsanlagen etc. 4500 traumatisierte Kinder werden psychosozial betreut, Umweltmassnahmen sehen die Aufforstung von Mangroven oder das Einrichten von Familiengärten zur Selbstversorgung vor. Mikrokredite sollen den Start von Kleinunternehmen fördern, während Personen, die ihre Arbeit verloren haben, Umschulungen angeboten werden.

    Die Glückskette ist eine Stiftung, gegründet auf Initiative der SRG SSR | Partnerschaft & Zusammenarbeit

    • Privatradios Pro
    • Keystone
    • Swisscom
    • SRG SSR

    Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» (PPG)

    Privatradios Pro

    13 Privatradios in der Deutschschweiz haben sich zur Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» zusammengeschlossen und unterstützen aktiv Spendenaufrufe, Sammeltage und weitere Aktivitäten der Glückskette. 

     

     

     

    Keystone

    Keystone

    Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Dank der Partnerschaft mit der international tätigen Schweizer Bildagentur Keystone verfügt die Glückskette jederzeit kostenlos über ein umfassendes Angebot an aktuellen Bildern.

    Keystone wirft einen Schweizerischen Blick auf unser Land und die Welt. Mit einem Team von 20 festangestellten Fotografinnen und Fotografen in der ganzen Schweiz und internationalen Partneragenturen wird sichergestellt, dass kein aktuelles Ereignis verpasst wird. Als grösste Bildagentur der Schweiz verfügt Keystone ausserdem über einen fast unendlichen Fundus zur sozialen Geschichte der Schweiz (rund 11 Millionen Archivbilder).

     

    Swisscom

    Swisscom

    Ein nationaler Sammeltag der Glückskette ist ohne das Telefondispositiv von Swisscom undenkbar: zwischen 120 und 150 Telefonleitungen werden – regional sortiert – in sechs Sammelzentralen – die ebenfalls von der Swisscom ausgerüstet werden – geleitet. Am Tsunami-Sammeltag beispielsweise wurden so über 70'000 Anrufe bewältigt. Diese Dienstleistung ist an Sammeltagen gratis.

    Das Internet als Kommunikationsmittel ist auch bei der Glückskette zentral. Die Swisscom AG unterstützt deshalb Jahr für Jahr den Internetauftritt der Glückskette mit einem namhaften Betrag. Swisscom (früher PTT) ist seit über sechzig Jahren treue Partnerin der Glückskette.

    SRG SSR

    SRG SSR

    Die Glückskette entstand 1946 als Radiosendung in der Westschweiz – ihre erste Sammlung galt Waisenkindern des 2. Weltkriegs. Die Idee wuchs und wuchs und 1983 wurde die Glückskette eine von der SRG initiierte Stiftung. Die Glückskette ist heute eine Stiftung, welche Spenden sammelt für humanitäre Hilfsprojekte nach wie vor angeführt durch die SRG SSR.

    An nationalen Solidaritäts- und Sammeltagen ist die «Glückskette» der Ausdruck von Solidarität und Hilfe der gesamten Bevölkerung in der ganzen Schweiz. Dies ist nur möglich, weil die SRG SSR ihre Sendungen kostenlos der Glückskette zur Verfügung stellt. Die Glückskette ist selber – mit wenigen Ausnahmen – keine Hilfsorganisation, sondern ein Solidarwerk, welches zurzeit mit  25 Schweizer Hilfswerken zusammenarbeitet.

    Die Verbundenheit mit der SRG SSR zeigt sich darin, dass die Unternehmenseinheiten SRF, RTS, RTR und RSI alle mit einem Sitz im Stiftungsrat vertreten.