Seebeben Asien

Kritische Fragen am Evaluations-Workshop in Südindien

  • 27.04.2009
  • Seebeben Asien

Direkter Erfahrungsaustausch: Zum Abschluss der Tsunami-Wiederaufbauprojekte in Südindien trafen sich 35 Vertreterinnen und Vertreter von Schweizer Hilfswerken, ihren indischen Partner-Organisationen, unabhängige Experten und Mitarbeiter der Glückskette zu einem mehrtägigen Workshop.

Bereits einige Wochen vorher waren die Wiederaufbauprojekte nach dem Tsunami - 3200 Häuser für 15'000 Menschen für einen Gesamtbetrag von 25 Millionen Franken - einer Auswertung unterzogen worden. Ziel des Treffens war eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Bericht und Vorschläge über mögliche Verbesserungen der Zusammenarbeit bei künftigen Katastrophen. 

Eine wichtige Frage betraf die Auswahl der Begünstigten: Wie kann sichergestellt werden, dass die Hilfe nicht nur offensichtlichen Opfern (wie beispielsweise Fischerfamilien), sondern auch Angehörigen von Randgruppen wie Kastenlosen oder Witwen zugute kommt? Experten hoben hervor, dass diese Menschen, die oft am Rand der Dörfer leben, vielfach weniger oder erst verspätet Hilfe erhalten, und dass sie deshalb bereits früher, zu Beginn eines Projekts, berücksichtigt werden müssen. 

Kritisch wurden auch die Baumethoden analysiert: Eine zum Teil recht unterschiedliche Qualität der jetzt realisierten Bauten kann mittels einer strengeren Supervision weiter gehoben werden. Es geht dabei, die besonderen Wünsche der Familien mit bestehenden Sicherheitsanforderungen, staatlichen Vorschriften und der Forderung nach möglichst schneller Realisierung der Projekte in Einklang zu bringen. 
Ein Vorschlag geht z.B. dahin, einen normierten Minimalbau zu erstellen, der dann in einer zweiten Phase individuell nach Wünschen der künftigen BewohnerInnen ausgestaltet werden kann. 

Eine stets wiederkehrende Diskussion betrifft die Distanz der neuen Siedlungen zum Meer. Hier geht es speziell darum, Sicherheitsmargen der Behörden und Wünsche der Betroffenen zur Deckung zu bringen. Nicht allen leuchten die Vorgaben zum Wiederaufbau ein und es stellte sich die Frage, ob im einen oder andern Fall staatliche Vorschriften nicht hartnäckiger hätten hinterfragt werden müssen.

Generell sollen Begünstigte vermehrt selbständige «Akteure ihrer Zukunft» werden. Dazu müssen entsprechende Verfahren geschaffen und  die Zusammenarbeit mit den verschiedenen lokalen Hilfswerken und den zuständigen Behörden weiter verbessert werden.  

Evaluationen solch grosser Projekte, wie sie nach dem Tsunami nötig wurden, sind sehr komplex. Deshalb beabsichtigt die Glückskette, vermehrt derartige  Workshops zusammen mit Partnern im Katastrophengebiet selber oder hier in der Schweiz durchzuführen. Solche Treffen stärken die «Glückskette-Familie» und ermöglichen es, bewährtes Wissen zu nutzen und neue Erkenntnisse in Projektstudien und künftigen Realisierungen anzuwenden.

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