Kinderhilfe

Ein spezieller Adventskalender: Glückskette startet Hilfsaktion KiddyPlus

  • 25.11.2008
  • Kinderhilfe

Am 1. Dezember startet KiddyPlus, ein TV-Adventskalender zugunsten der Glückskette Kinderhilfe. Roger Federer, Michael Schumacher, Emil, Mary-José Knie, Renzo Blumenthal, Hans Erni, Nick Hayek, Sergei Aschwanden, Alain Morisod, der Starkoch Carlo Crisci, die Schmuckgestalterin Orianne Collins, aber auch SBB, Post und das Grand Théâtre Genève und viele mehr sind dabei. Offizielle Partner sind das Westschweizer Fernsehen TSR, Radio DRS 1, der Internet-Marktplatz ricardo.ch, zudem in der Deutschschweiz "Blick am Abend" (People-Seite) , in der Romandie «Le Matin».

Das System ist einfach: Jeden Tag bis zu Heiligabend offeriert eine Persönlichkeit einen Gegenstand, ein Erlebnis oder eine Dienstleistung, die zugunsten der Kinderhilfe während sieben Tagen auf Ricardo.ch ersteigert werden kann. Alle Angebote, seien sie noch so kostbar, starten als Schnäppchen mit einem Franken. Vom Steigern ist auch der Name «KiddyPlus» abgeleitet: Der Gantrufer fragt auf Französisch «Qui dit plus?» (Wer bietet mehr?).

Den Anfang macht am 1. Dezember ein Bild, das der Galerist Léonard Gianadda offeriert und im Atelier des Künstlers Hans Erni entstehen wird. Eine Liebesnacht im luxuriösen Stelzenhotel, Fahrten durch den Gotthard im Führerstand einer Lokomotive, im Heiss-luftballon, oder in einer gestretchten Limousine, einmalige Schmuckstücke und ein Kochkurs beim Stargastronomen sind nur einige der Beispiele. Die Objekte werden immer erst am Tag selber bekannt gegeben, sei dies im «Blick am Abend», auf dem Kanal des Westschweizer Fernsehens und auf der Internet-Seite www.kiddyplus.ch. Von dort wird man direkt zur Steigerungsplattform geleitet - es können aber auch Spenden gemacht werden ohne sich an einer Steigerung zu beteiligen.

Der gesamte Erlös der 24-teiligen Aktion kommt Projekten der Kinderhilfe der Glückskette bzw. ihrer Partner-Hilfswerke zugut. Die Glückskette unterstützt Jahr für Jahr mehrere Zehntausend Kinder in Not in ärmeren Ländern und vermittelt ihnen Ernährung, medizinische Betreuung, Schulung und Weiterbildung im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe. Letztes Jahr finanzierte die Glückskette Kinderhilfe für über 3,2 Mio Franken.

Die Kinderhilfe der Glückskette

Man kennt die Glückskette vor allem als Solidaritäts- und Sammelplattform der Schweizer Medien im Katastrophenfall. Seit ihrer Gründung hat sie sich aber immer auch speziell der Kinder - den schwächsten Gliedern der Gesellschaft - angenommen. Dabei handelt es sich um eine Hilfe an Kinder in Notsituationen. Die Glückskette arbeitet nach den gleichen Grundsätzen wie bei der Katastrophenhilfe: Es werden Projekte (keine Einzelkinder!) mit-
finanziert, die von erfahrenen Partner-Hilfswerken vorgelegt werden. Je nach ihrer Spezialisierung haben diese Projekte den Schwerpunkt in Programmen der Ernährung, der medizinischen Betreuung, der Schulung und Ausbildung. Sie erfassen in der Regel Mutter und Kind. Die Glückskette analysiert die eingereichten Projekte, begleitet sie während der Umsetzung und kontrolliert die Verwendung der Gelder durch unabhängige Experten. Die Spenden kommen zu hundert Prozent den betroffenen Kindern zugut, und die Projektbegleitungs-kosten sind auf max. zehn Prozent beschränkt. Dabei nehmen die Projekte die kulturellen Eigenheiten der betreffenden Region und die Würde des Kindes sehr ernst.

Im Jahre 2007 hat die Glückskette gut 3,2 Millionen Franken für Kinder in Not eingesetzt.

Die untenstehenden Projekte sind Beispiele dieser Kinderhilfe, wie sie generell mittels KiddyPlus finanziert werden.


Kongo:
Nutzung von Synergien: Wiederintegration von 100 KindersoldatInnen und Ziegenzucht


Im Osten des Kongos herrscht seit über 12 Jahren Bürgerkrieg. Der Einzug von Kindern unter 18 Jahren in die reguläre Armee ist sehr verbreitet. Armut und fehlende Familienstrukturen tragen zu dieser traurigen Situation bei. Laut Schätzung des Hilfswerks Unicef wurden in den letzten Jahren über 30'000 Kinder mobilisiert, 40 % davon sind Mädchen. Viele der Mädchen werden für sexuelle Dienste durch die Truppen versklavt. Das staatliche Demobilisations- und Wiedereingliederungsprogramm zeigt wenig Erfolg. Neue Wege beschreitet Vétérinaires sans Frontières: Hirtenfamilien, welche eine ehemalige Kindersoldatin bei sich aufnehmen und auf der schwierigen Rückkehr in die Zivilgesellschaft begleiten, erhalten als Entgelt 7 Geissen und einen Ziegenbock. Dank einem Beratungsangebot in Kleinviehzucht und Produktevermarktung generieren die Hirten ein zusätzliches Einkommen von rund 19 US-Dollar im Monat. Dieses steht für die Betreuung der Mädchen zur Verfügung. Die spezifische lokale Ausrichtung des Projektes ermöglicht die Verknüpfung von zwei Zielen: Die Wiederintegration von ehemaligen Kriegssoldatinnen und die Förderung der Kleinviehzucht.


Haiti:
Betreuung und Eingliederung von jungen Strassenmädchen in Haiti


Für die Mehrheit der Haitianer sind die Lebensbedingungen extrem prekär; 70% der Bevölkerung lebt unter dem Existenzminimum. In der Hoffnung irgend eine Arbeit zu finden, zieht die Landbevölkerung in die Armenviertel der Hauptstadt Port-au-Prince. Diese Vororte sind geprägt von hoher Arbeitslosigkeit und Inflation. Kinder leiden besonders unter dieser Situation. Viele leben auf der Strasse, haben kein Beziehungsnetz und werden Opfer von Korruption. Bereits im Alter von neun Jahren prostituieren sich viele Mädchen um sich selbst oder ihre Familien irgendwie über die Runde zu bringen. Iamaneh Schweiz unterstützt zusammen mit den Lokalpartnern diese Mädchen bei der gesellschaftlichen Wiedereingliederung. Ein Empfangszentrum, das von Fachpersonen und ehemaligen Strassenmädchen geführt wird, ist wichtige Anlaufstelle. Mädchen, welche aktiv Hilfe beanspruchen, werden durch einen Psychologen und einen Sozialarbeiter betreut. Dadurch steigen ihre Chancen für eine schulische oder berufliche Wiedereingliederung. Die Kontaktaufnahme mit den Eltern und das Bestreben, dass diese für die Kinder Verantwortung übernehmen, sind wichtige Rahmenbedingungen für den erfolgreichen Wiedereingliederungsprozess der jungen Frauen.


Myanmar:
Angepasste Schulbildung für Kinder abgelegener Regionen Burmas/Myanmars


In Myanmar nimmt das Erziehungswesen keine Rücksicht auf die spezifischen sprachlichen und kulturellen Eigenarten der ethnischen Minoritäten. Ausserdem leiden verschiedene Regionen unter dem Konflikt zwischen der burmesischen Zentralregierung und den Unabhängigkeitsbewegungen. Die Armut in den abgelegenen Regionen und das kaum vorhandene Bildungssystem fördern den Einzug der Kinder in die Armee. Ihre Eltern stehen dieser Situation machtlos gegenüber und möchten ihre Kinder einschulen. Doch es fehlt an Schulen, Lehrpersonal oder Schulmaterial. Mit der Übernahme der Schulkosten ermöglicht die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi den freien Schulbesuch für Primarschüler aus armen Verhältnissen. Den Kindern steht zudem eine Unterkunft zur Verfügung. Um besser auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder aus ländlichen Gebieten eingehen zu können, erhalten die Lehrer eine gezielte Ausbildung. Das Projekt wird von den Dorfbehörden unterstützt und von den einzelnen Konfliktparteien respektiert.


    Die Glückskette ist eine Stiftung, gegründet auf Initiative der SRG SSR | Partnerschaft & Zusammenarbeit

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    Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» (PPG)

    Privatradios Pro

    13 Privatradios in der Deutschschweiz haben sich zur Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» zusammengeschlossen und unterstützen aktiv Spendenaufrufe, Sammeltage und weitere Aktivitäten der Glückskette. 

     

     

     

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    Keystone

    Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Dank der Partnerschaft mit der international tätigen Schweizer Bildagentur Keystone verfügt die Glückskette jederzeit kostenlos über ein umfassendes Angebot an aktuellen Bildern.

    Keystone wirft einen Schweizerischen Blick auf unser Land und die Welt. Mit einem Team von 20 festangestellten Fotografinnen und Fotografen in der ganzen Schweiz und internationalen Partneragenturen wird sichergestellt, dass kein aktuelles Ereignis verpasst wird. Als grösste Bildagentur der Schweiz verfügt Keystone ausserdem über einen fast unendlichen Fundus zur sozialen Geschichte der Schweiz (rund 11 Millionen Archivbilder).

     

    Swisscom

    Swisscom

    Ein nationaler Sammeltag der Glückskette ist ohne das Telefondispositiv von Swisscom undenkbar: zwischen 120 und 150 Telefonleitungen werden – regional sortiert – in sechs Sammelzentralen – die ebenfalls von der Swisscom ausgerüstet werden – geleitet. Am Tsunami-Sammeltag beispielsweise wurden so über 70'000 Anrufe bewältigt. Diese Dienstleistung ist an Sammeltagen gratis.

    Das Internet als Kommunikationsmittel ist auch bei der Glückskette zentral. Die Swisscom AG unterstützt deshalb Jahr für Jahr den Internetauftritt der Glückskette mit einem namhaften Betrag. Swisscom (früher PTT) ist seit über sechzig Jahren treue Partnerin der Glückskette.

    SRG SSR

    SRG SSR

    Die Glückskette entstand 1946 als Radiosendung in der Westschweiz – ihre erste Sammlung galt Waisenkindern des 2. Weltkriegs. Die Idee wuchs und wuchs und 1983 wurde die Glückskette eine von der SRG initiierte Stiftung. Die Glückskette ist heute eine Stiftung, welche Spenden sammelt für humanitäre Hilfsprojekte nach wie vor angeführt durch die SRG SSR.

    An nationalen Solidaritäts- und Sammeltagen ist die «Glückskette» der Ausdruck von Solidarität und Hilfe der gesamten Bevölkerung in der ganzen Schweiz. Dies ist nur möglich, weil die SRG SSR ihre Sendungen kostenlos der Glückskette zur Verfügung stellt. Die Glückskette ist selber – mit wenigen Ausnahmen – keine Hilfsorganisation, sondern ein Solidarwerk, welches zurzeit mit  25 Schweizer Hilfswerken zusammenarbeitet.

    Die Verbundenheit mit der SRG SSR zeigt sich darin, dass die Unternehmenseinheiten SRF, RTS, RTR und RSI alle mit einem Sitz im Stiftungsrat vertreten.