Sozialhilfe in der Schweiz

Versteckte Armut im reichen Land – Glückskette hilft in der Schweiz

  • 31.07.2007
  • Sozialhilfe Schweiz

Zahnarztbehandlungen, Stromrechnungen, Krankheitskosten – auch in der Schweiz gibt es Menschen, die Unterstützung nötig haben. Die Glückskette hilft nicht nur bei Katastrophen, sondern auch bei Armut im eigenen Land. Bis zum 1. August sind in diesem Jahr bereits über 630'000 Franken an rund 650 Haushalte gegangen.

Ungefähr 1,2 Millionen Franken der Glückskette-Spendengelder gehen jährlich an die Sozialhilfe Schweiz. Durchschnittlich mit 1000 Franken hat die Glückskette in diesem Jahr Menschen helfen können, die durch Arztrechnungen, Umzugskosten und Krankheit in Bedrängnis geraten sind oder das Klassenlager des Kindes nicht finanzieren können.

In einem Land wie der Schweiz geht zuweilen vergessen, dass auch hier Menschen bisweilen durch alle Maschen des sozialen Netzes fallen – und dann springt die Sozialhilfe Schweiz der Glückskette ein. Sie ist eine einmalige Nothilfe; die individuellen Beiträge zwischen 600 und 2500 Franken lindern eine akute Notlage oder ermöglichen den Betroffenen eine Verschnaufpause.

Besonders gefährdet sind dabei Alleinerziehende, Selbstständige und kinderreiche Familien. So kommt Familie F. nur knapp über die Runden, obwohl Vater Peter als Abteilungsleiter in einem Fachgeschäft tätig ist. Mutter Martina kann aufgrund ihrer Krankheit nicht arbeiten. Nun hat der Wochenbettaufenthalt nach der Geburt des dritten Kindes die finanziellen Reserven zwischenzeitlich aufgebraucht: „Wir leben sehr sparsam – aber es ist uns unmöglich, die aktuellen Forderungen zu bezahlen“, hält Peter fest. Mit den 1500 Franken der Glückskette kann die Familie nun diese Notlage überbrücken und ihre Strom- und Wasserrechnung begleichen.

Bei strukturellen Problemen sind die Sozialämter zuständig. Die 379 Gesuche in der Romandie, gefolgt von knapp 200 in der Deutschschweiz und 81 im Tessin zeigen aber, dass die Glückskette-Spendegelder eine wichtige Unterstützung für Menschen in akuten Notsituationen im eigenen Land darstellen.

    Die Glückskette ist eine Stiftung, gegründet auf Initiative der SRG SSR | Partnerschaft & Zusammenarbeit

    • Privatradios Pro
    • Keystone
    • Swisscom
    • SRG SSR

    Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» (PPG)

    Privatradios Pro

    13 Privatradios in der Deutschschweiz haben sich zur Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» zusammengeschlossen und unterstützen aktiv Spendenaufrufe, Sammeltage und weitere Aktivitäten der Glückskette. 

     

     

     

    Keystone

    Keystone

    Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Dank der Partnerschaft mit der international tätigen Schweizer Bildagentur Keystone verfügt die Glückskette jederzeit kostenlos über ein umfassendes Angebot an aktuellen Bildern.

    Keystone wirft einen Schweizerischen Blick auf unser Land und die Welt. Mit einem Team von 20 festangestellten Fotografinnen und Fotografen in der ganzen Schweiz und internationalen Partneragenturen wird sichergestellt, dass kein aktuelles Ereignis verpasst wird. Als grösste Bildagentur der Schweiz verfügt Keystone ausserdem über einen fast unendlichen Fundus zur sozialen Geschichte der Schweiz (rund 11 Millionen Archivbilder).

     

    Swisscom

    Swisscom

    Ein nationaler Sammeltag der Glückskette ist ohne das Telefondispositiv von Swisscom undenkbar: zwischen 120 und 150 Telefonleitungen werden – regional sortiert – in sechs Sammelzentralen – die ebenfalls von der Swisscom ausgerüstet werden – geleitet. Am Tsunami-Sammeltag beispielsweise wurden so über 70'000 Anrufe bewältigt. Diese Dienstleistung ist an Sammeltagen gratis.

    Das Internet als Kommunikationsmittel ist auch bei der Glückskette zentral. Die Swisscom AG unterstützt deshalb Jahr für Jahr den Internetauftritt der Glückskette mit einem namhaften Betrag. Swisscom (früher PTT) ist seit über sechzig Jahren treue Partnerin der Glückskette.

    SRG SSR

    SRG SSR

    Die Glückskette entstand 1946 als Radiosendung in der Westschweiz – ihre erste Sammlung galt Waisenkindern des 2. Weltkriegs. Die Idee wuchs und wuchs und 1983 wurde die Glückskette eine von der SRG initiierte Stiftung. Die Glückskette ist heute eine Stiftung, welche Spenden sammelt für humanitäre Hilfsprojekte nach wie vor angeführt durch die SRG SSR.

    An nationalen Solidaritäts- und Sammeltagen ist die «Glückskette» der Ausdruck von Solidarität und Hilfe der gesamten Bevölkerung in der ganzen Schweiz. Dies ist nur möglich, weil die SRG SSR ihre Sendungen kostenlos der Glückskette zur Verfügung stellt. Die Glückskette ist selber – mit wenigen Ausnahmen – keine Hilfsorganisation, sondern ein Solidarwerk, welches zurzeit mit  25 Schweizer Hilfswerken zusammenarbeitet.

    Die Verbundenheit mit der SRG SSR zeigt sich darin, dass die Unternehmenseinheiten SRF, RTS, RTR und RSI alle mit einem Sitz im Stiftungsrat vertreten.