Unwetter Schweiz

Unwetter Schweiz – so hilft die Glückskette

  • 04.09.2005
  • Unwetter Schweiz

In der Schweiz ist ein Grossteil der Güter versichert und frühere Katastrophen zeigen, dass etwa 90% der Schäden gedeckt sind. Die verbleibenden Restkosten werden aber trotzdem 100 Millionen Franken, die von den Betroffenen zu leisten sind, übersteigen.

Wem wird geholfen?
Die Glückskette sieht in ihren Richtlinien folgende Prioritäten vor:
1) Hilfe an Privatpersonen/Familien, welche durch die Schäden in existenzielle, finanzielle Notsituationen geraten
2) Hilfe an nicht-kommerziell orientierte Körperschaften (Alpkorporationen, Genossenschaften etc.).
3) Hilfe an kleine Familienbetriebe, deren Existenz gefährdet ist.
4) Restkosten nicht versicherbarer Elementarschäden an finanzschwache, kleinere Gemeinden, welche die Instandstellungsaufwendungen nicht verkraften können.
Die Hilfe der Glückskette erfolgt (ausser in der Soforthilfe) immer subsidiär, nachdem die Versicherungen und andere Fonds ihre Beiträge geleistet haben.
Wie wird das Geld verteilt?
In der zeitlichen Abfolge unterscheidet die Glückskette in:
1) die Soforthilfe (wird jetzt bereits ausbezahlt: Essen, Kleider, berufl. Fahrspesen etc.)
2) die Übergangshilfe (Mobiliar, teurere Mieten, Umtriebe Provisorien etc.)
3) die Subsidiärhilfe (Hilfe bei Restkosten nach Versicherungs- und Fondsleistungen)

Wichtig: Die Glückskette ist keine "automatische" Zusatzversicherung, die alle verbleibenden Kosten übernimmt - sie bezahlt in Härtefällen.

Wie muss vorgegangen werden?
Betroffene melden sich in jedem Fall zuerst bei der Ereignis-Gemeinde (meist identisch mit Wohngemeinde). Dort erhalten sie ein Gesuchsformular, das - ausgefüllt und allenfalls mit Belegen versehen - je nach Landesregion an die Caritas oder das Schweiz. Rote Kreuz weitergeleitet wird. Nach Überprüfung durch diese Experten geht das Gesuch an die Glückskette, wo eine Fachkommission endgültig entscheidet.

Was wird nicht bezahlt?
Keine Beiträge bezahlt die Glückskette an Lohn- und Verdienstausfall (versicherbar), Ertragsausfälle in der Landwirtschaft (Hagelversicherung), Leistungen, die per definitionem staatliche Aufgaben sind (Feuerwehr, Rettungsdienste, Zivilschutz), fahrlässige oder bewusste Unterversicherungen (prozentuale Kürzung), kommerzielle Unternehmen, die nicht existenzbedroht sind.

    Die Glückskette ist eine Stiftung, gegründet auf Initiative der SRG SSR | Partnerschaft & Zusammenarbeit

    • Privatradios Pro
    • Keystone
    • Swisscom
    • SRG SSR

    Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» (PPG)

    Privatradios Pro

    13 Privatradios in der Deutschschweiz haben sich zur Vereinigung «Privatradios pro Glückskette» zusammengeschlossen und unterstützen aktiv Spendenaufrufe, Sammeltage und weitere Aktivitäten der Glückskette. 

     

     

     

    Keystone

    Keystone

    Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Dank der Partnerschaft mit der international tätigen Schweizer Bildagentur Keystone verfügt die Glückskette jederzeit kostenlos über ein umfassendes Angebot an aktuellen Bildern.

    Keystone wirft einen Schweizerischen Blick auf unser Land und die Welt. Mit einem Team von 20 festangestellten Fotografinnen und Fotografen in der ganzen Schweiz und internationalen Partneragenturen wird sichergestellt, dass kein aktuelles Ereignis verpasst wird. Als grösste Bildagentur der Schweiz verfügt Keystone ausserdem über einen fast unendlichen Fundus zur sozialen Geschichte der Schweiz (rund 11 Millionen Archivbilder).

     

    Swisscom

    Swisscom

    Ein nationaler Sammeltag der Glückskette ist ohne das Telefondispositiv von Swisscom undenkbar: zwischen 120 und 150 Telefonleitungen werden – regional sortiert – in sechs Sammelzentralen – die ebenfalls von der Swisscom ausgerüstet werden – geleitet. Am Tsunami-Sammeltag beispielsweise wurden so über 70'000 Anrufe bewältigt. Diese Dienstleistung ist an Sammeltagen gratis.

    Das Internet als Kommunikationsmittel ist auch bei der Glückskette zentral. Die Swisscom AG unterstützt deshalb Jahr für Jahr den Internetauftritt der Glückskette mit einem namhaften Betrag. Swisscom (früher PTT) ist seit über sechzig Jahren treue Partnerin der Glückskette.

    SRG SSR

    SRG SSR

    Die Glückskette entstand 1946 als Radiosendung in der Westschweiz – ihre erste Sammlung galt Waisenkindern des 2. Weltkriegs. Die Idee wuchs und wuchs und 1983 wurde die Glückskette eine von der SRG initiierte Stiftung. Die Glückskette ist heute eine Stiftung, welche Spenden sammelt für humanitäre Hilfsprojekte nach wie vor angeführt durch die SRG SSR.

    An nationalen Solidaritäts- und Sammeltagen ist die «Glückskette» der Ausdruck von Solidarität und Hilfe der gesamten Bevölkerung in der ganzen Schweiz. Dies ist nur möglich, weil die SRG SSR ihre Sendungen kostenlos der Glückskette zur Verfügung stellt. Die Glückskette ist selber – mit wenigen Ausnahmen – keine Hilfsorganisation, sondern ein Solidarwerk, welches zurzeit mit  25 Schweizer Hilfswerken zusammenarbeitet.

    Die Verbundenheit mit der SRG SSR zeigt sich darin, dass die Unternehmenseinheiten SRF, RTS, RTR und RSI alle mit einem Sitz im Stiftungsrat vertreten.