10.01.2006

Bam baut an seiner Zukunft

Zwei Jahre nach dem Erdbeben im Iran ist der Wiederaufbau in der iranischen Oasenstadt Bam voll im Gang: Seit dem Frühsommer, als der definitive Masterplan freigegeben wurde, wird nun auch das Stadtzentrum der 100'000-Einwohner-Stadt aufgebaut.

«Bam ist eine grosse Baustelle.» So beschreibt Godi Koch, Projektverantwortlicher bei der Caritas Schweiz, seine jüngsten Eindrücke.

Seit einigen Monaten läuft auch der Häuserbau von Schweizer Hilfswerken im Zentrum, nachdem sich der Wiederaufbau während anderthalb Jahren mehr auf die umliegenden Dörfer von Bam konzentrieren musste. Die rund 10 Millionen Franken, die nach der Katastrophe vor zwei Jahren für die Erdbebenopfer an die Glückskette gespendet wurden, sind – bis auf 258’000 Franken – aufgebraucht.

An der Bam-Hilfe beteiligen sich sieben Partner-Hilfswerke der Glückskette: Schweiz. Rotes Kreuz (Soforthilfe, Prothesen für Amputierte), Caritas (Nothilfe, über 400 erdbebensichere Häuser), HEKS (Nothilfe, 4 Schulhäuser, ein Kindergarten), Medair (Nothilfe, 110 Häuser, Wasserversorgung für Dattelhaine), Terre des hommes Lausanne (Betreuung von traumatisierten Kindern in 15 Quartierzentren), Handicap International (Prothesenwerkstatt für 270 Amputierte und Behinderte), Médecins du Monde (Nothilfe).

Besonders wichtig war die Wiederherstellung des alten ober- und unterirdischen Kanalsystems, welches die Bewässerung der Dattelplantagen – neben dem Tourismus die wichtigste Existenzgrundlage für viele Familien – sicherstellt.

Ob Altstadt und Zitadelle, das historische Weltkulturerbe als touristische Hauptattraktion von Bam, wieder aufgebaut werden kann, steht zurzeit noch nicht fest. Unesco und Weltbank klären zurzeit sowohl Machbarkeit wie Finanzierung ab.

Bam war Ende Dezember 2003 durch ein schweres Erdbeben weitgehend zerstört worden. 35’000 Menschen verloren dabei ihr Leben, etwa 12’000 wurden verletzt.