23.08.2018

Bondo – Bilanz ein Jahr nach der Katastrophe

Auch ein Jahr nach dem Felssturz am Piz Cengalo bleibt die Situation in Bondo angespannt. Wir informieren Sie hier, wie wir die Spendengelder bisher eingesetzt haben.

Grosse Solidarität

Ein Jahr ist seit dem verheerenden Felssturz am Piz Cengalo, bei dem acht Menschen ums Leben gekommen sind und etliche Gebäude und Infrastrukturen beschädigt wurden, vergangen.

Das Echo auf unseren Spendenaufruf für die Menschen in Bondo, die zum Teil alles verloren haben, war enorm. Obwohl wir auf einen Sammeltag verzichtet haben, durften wir 5’926’387 Franken Spenden entgegennehmen. Herzlichen Dank dafür!

Bisher ausgegebene Spenden

Von den gesammelten Spenden konnten wir bisher 227’037 Franken ausgeben. Das sieht zwar auf den ersten Blick nach wenig aus. Aber mit 164’000 Franken konnten 55 Haushalte neue Kleider oder Mobiliar kaufen und weitere dringende Kosten decken, um den Alltag wieder bestreiten zu können. Ausserdem konnten wir 24 Gesuche von Privatpersonen, eines KMUs und einem Verein für Überbrückungskosten und Restkosten bewilligen.

Dabei handelt es sich zum Beispiel um doppelte Mietkosten, weil die Familien zur Überbrückung in eine andere Wohnung ziehen und so doppelte Mietkosten bezahlen mussten. Auch an die Transportkosten, die dadurch zusätzlich anfielen konnten wir einen Beitrag leisten. Und natürlich an die Restkosten für die Möbel, Maschinen, Werkzeuge, Lagerbestände usw., die durch die Schlamm- und Geröllmassen zerstört und ersetzt werden mussten.

Damit die Spendengelder gerecht verteilt werden und alle Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller gleichbehandelt werden, wacht eine Spendenkommission über die Verteilung der Spendengelder. Über unsere Mandatsträgerin Caritas Schweiz haben wir Einsitz in dieser Kommission.

Einsatz der restlichen Spendengelder

Zurzeit sind noch vier Gesuche hängig, davon zwei von Klein- und Mittelbetrieben über mehrere Hunderttausend Franken. Diese sollten in den nächsten Wochen oder Monaten abgeschlossen werden können.
Die grossen Beträge fallen jedoch bei den Wiederinstandstellungsarbeiten der Gemeindeinfrastruktur an. Gemäss Angaben der Behörden können die Gemeindeprojekte innerhalb der nächsten Jahre umgesetzt und abgeschlossen werden. Zurzeit können die Schäden an der Gemeindeinfrastruktur deshalb noch nicht abschliessend in Zahlen gefasst werden. Auch ist noch unbekannt, in welchem Rahmen sich die Versicherungen an den Schäden der Gemeinde beteiligen werden.

Erst wenn wenn all diese Abklärungen abgeschlossen sind, wird ersichtlich, wieviele Spendengelder wir einsetzen können.

Mögliche weitere Schäden

Falls es in Bondo zu weiteren Schäden durch erneute Murgänge kommen sollte, werden diese Schäden, wenn möglich, über die fast sechs Millionen Franken Spenden gedeckt.

Sollten wir nicht alle Spenden in Bondo einsetzen können, weil die Restkosten, nachdem die Versicherungen, Kantone, Bund usw. ihre Beiträge bezahlt haben, nicht so hoch sind wie die verbleibenden Spenden, fliesst der Überschuss in unsere permanente Sammlung Unwetter Schweiz. Diese erlaubt es uns spontan auf andere Unwetterkatastrophen reagieren und den betroffenen Menschen helfen zu können.