Gabriela Friedl – Ein Leben für die Katastrophenhilfe

Gabriela Friedl hat ihr Leben der Katastrophenhilfe und der Hydrologie verschrieben. Als Expertin für Wasser und Hygiene der Copro International trägt sie entscheidend dazu bei, dass die von der Glückskette in diesem Bereich finanzierten Projekte zu einem erfolgreichen Abschluss kommen.

Studiert hat die gebürtige St. Gallerin Geologie in Bern und dann erst einmal eine wissenschaftliche Karriere angestrebt. Bald spezialisierte sie sich auf den Bereich der Wasserqualität und des Ressourcenmanagements und absolvierte Forschungsaufenthalte in Rumänien und Kanada. Schon immer hatte sie aber auch ein sehr starkes Interesse für die humanitäre Hilfe, weshalb sie vor zwölf Jahren, von einem Tag auf den anderen, die wissenschaftliche Karriere an den Nagel hängte, um für das Schweizerische Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) und die DEZA zu arbeiten.

Expertin im Job-Sharing

Als erstes verbrachte sie dann gleich vier Jahre im Südsudan, arbeitete zwei Jahre im Bereich Wasser und zwei Jahre für die Minenräumung, wo sie für das geographische Informationssystem (GIS) zuständig war. Weitere Missionen folgten für verschiedene Minenräumungsorganisationen in Mosambik, Laos und der Westsahara. Heute hat sie für ihre verschiedenen Engagements in der humanitären Hilfe und den Job beim Amt für Umwelt beim Kanton Solothurn die ideale Lösung gefunden: Gemeinsam mit Katja Schobert hat sie eine Beratungsfirma gegründet und teilt sich mit ihr unter anderem den Experten-Job bei der Copro der Glückskette. Für beide Frauen ist dies eine wunderbare Möglichkeit, flexibel für diverse Auslandseinsätze zu arbeiten und gleichzeitig gut in der Schweiz verankert zu sein.

Von Latrinen bis zu Trinkwasser

Die Experten-Stelle für Wasser und Hygiene (Wash) in der Copro International wurde 2013 geschaffen. Die Sammlung «Jeder Rappen zählt» für sauberes Trinkwasser hatte dazu geführt, dass auf einen Schlag sehr viele «Wasser-Projekte» bei der Glückskette eingereicht wurden und Marina Marinov, Expertin für Bau, welche bis anhin diesen Bereich ebenfalls abgedeckt hatte, diese Anträge nicht mehr betreuen konnte.

Für Gabriela Friedl war dann auch der Einstieg in die Copro wie eine Explosion von verschiedenen Kulturen und Ansätzen. Fragen zu Latrinen, salzigem Grundwasser, das zu Trinkwasser aufbereitet werden soll, und Nebelfängern in Guatemala forderten sie, erlaubten es ihr aber auch, all ihre Erfahrungen in diesem Bereich einzubringen. An ihrer Arbeit für die Projektkommission schätzt sie besonders, dass die Auseinandersetzung mit den Projekten so lösungsorientiert ist: «Man versucht jeweils, das bestmögliche aus den Projekten herauszuholen».