12.05.2021

Judith Schuler - Neue Leiterin für Kommunikation und Fundraising bei der Glückskette

Am 1. März 2021 trat Judith Schuler ihre Stelle als neues Direktionsmitglied und als Leiterin Kommunikation und Fundraising der Glückskette in Zürich an. Mit über 15 Jahren Erfahrung in unterschiedlichen Organisationen im Bereich der internationalen Zusammenarbeit im Ausland und in der Schweiz nimmt sie die neue Aufgabe mit ihrem Team in Zürich und Genf gut ausgerüstet in Angriff.

Was bedeutet für Sie Solidarität?

Solidarität bedeutet für mich, dass ich Menschen unterstütze, die gerade eine schwierige Zeit durchleben oder die grundsätzlich weniger privilegiert sind.  Dies kann im kleinen Rahmen sein, in dem ich für eine gute Freundin da bin, die gerade eine Krise durchlebt, oder in einem grösseren Rahmen durch den Einsatz für Menschen, die in anderen Ländern verzweifelt und in einer Notlage sind, weil sie nicht wissen, ob sie ihren Kindern an dem Tag etwas zu essen geben können.

 

Welche Erfahrungen nehmen Sie aus Ihrer vorherigen Tätigkeit mit?

Schicksale, die ich während meiner langjährigen Arbeit für das UN World Food Programme in verschiedenen Ländern in Afrika gesehen habe, werde ich nie vergessen. Ein Beispiel ist Aisha, eine Mutter von drei Kindern, die ich in einem Flüchtlingslager im Süden Äthiopiens traf. Sie musste mit ihren Kindern zu Fuss vor den Rebellen aus Somalia fliehen. Als sie damals vor ihrer aus Stroh und Plastik gebastelten Hütte stand, sagte sie mir, dass sie zu den Glücklichen zählt, da sie es bis ins Lager geschafft hat, wo sie eine Mahlzeit für ihre Kinder bekam.

 

Was bedeutet es für Sie, ein Teil der Glückskette zu sein?

Durch meine Arbeit bei der Glückskette habe ich die Möglichkeit, mich hier von der Schweiz aus für Frauen wie Aisha einzusetzen. Leider gibt es weltweit viel zu viele betroffene Menschen wie Aisha, aber ihr Schicksal motiviert mich, alles dafür zu tun, dass wir mit unserer Unterstützung einen Unterschied machen können. Die Glückskette ist sozusagen der Schweizer Solidaritätsreflex und ich freue mich, mit einem sehr motivierten Team zusammenzuarbeiten.

«Als sie damals vor ihrer aus Stroh und Plastik gebastelten Hütte stand, sagte Aisha aus Somalia mir, dass sie zu den Glücklichen zählt, da sie es bis ins Flüchtlingslager geschafft hat.»
Judith Schuler, Leiterin Kommunikation und Fundraising

Wie sehen Sie Ihre Rolle innerhalb der Glückskette?

Als Leiterin Kommunikation und Fundraising bei der Glückskette habe ich zwei grosse Verantwortungen. Einerseits möchte ich zusammen mit meinem Team Menschen dazu motivieren, für Personen, die im Ausland oder in der Schweiz in einer Notlage sind, einen Beitrag zu leisten. Jede Unterstützung macht einen Unterschied. Andererseits ist es für mich aber auch sehr wichtig, den Menschen, die bei der Glückskette spenden, aufzuzeigen, was sie dank ihren Spenden bewirken.

 

Welche Herausforderungen bringt Ihre Position als neue Leiterin Kommunikation und Fundraising mit sich?

In der Vergangenheit konnte die Glückskette dank der grossartigen Medienpräsenz während der Sammeltage einen Beitrag für die grossen humanitären Krisen leisten. Beide Elemente, die humanitäre Welt und die Medien sind momentan in einem grossen Wandel. Zu diesen Elementen kam letztes Jahr die Coronakrise hinzu. Diese hat die digitale Transformation, die auch bei der Glückskette ein existenziell wichtiger Prozess ist, zusätzlich beschleunigt. Wir müssen jetzt sehr agil reagieren und uns diesen und den kommenden Änderungen fortlaufend anpassen.

 

Welche Ziele setzen Sie für sich? Was möchten Sie dieses Jahr mit der Glückskette erreichen?

Mein Ziel für dieses Jahr ist es, das Kommunikations- und Fundraising Team so zu gestalten, dass wir auf Krisen jeglicher Art noch agiler, dynamischer und orchestrierter reagieren und zusammen mit all unseren Partnern die neuen Herausforderungen und Aufgaben meistern können. Bei einer zukünftigen Krise in der Schweiz oder im Ausland wollen wir möglichst viele betroffene Menschen unterstützen und ihnen während der schweren Zeit etwas Hoffnung geben. Gleichzeitig ist es mir ein grosses Anliegen, die Spender sehr zeitnah darüber zu informieren, was wir dank ihrer Unterstützung alles erreichen konnten.