12.11.2019

Nachhaltig und verantwortungsvoll

Interview mit Catherine Baud-Lavigne

Es ist uns sehr wichtig, dass wir mit Ihren Spendengeldern verantwortungsvoll und nachhaltig umgehen. Deshalb arbeiten wir mit bewährten Partnerorganisationen zusammen und haben Kontrollmechanismen eingeführt, damit die Spenden möglichst effizient und effektiv eingesetzt werden.

Da wir gerade im Wiederaufbau mehrjährige Projekte finanzieren und die Gelder tranchenweise an unsere Partnerorganisationen überweisen, legen wir die Spenden, die wir nicht sofort ausbezahlen, konservativ an.

Was das genau heisst und wie nachhaltig und verantwortungsvoll wir mit Ihren Spenden umgehen, erklärt Catherine Baud-Lavigne, unsere stellvertretende Direktorin und Leiterin
 Finanzen und Administration.

Wie stellt die Glückskette sicher, dass die investierten Gelder im Einklang mit ihren Werten «Solidarität» und «Verantwortung» sind?

Die Glückskette hat vor zwei Jahren eine Charta für nachhaltige Anlagen erarbeitet. Sie definiert die Grundsätze, die die Investitionsentscheidungen unserer Stiftung leiten müssen, damit unsere Werte eingehalten werden. Die Charta wurde den Banken und Finanzpartnern mit denen wir zusammenarbeiten, vorgelegt, und ihre Einhaltung wird regelmässig geprüft. Zudem haben wir ein auf nachhaltige Investitionen spezialisiertes Unternehmen damit beauftragt, uns bei der Überwachung der Umsetzung dieser Charta zu unterstützen.

 

Welche Werte will die Glückskette mit dieser Charta in Unternehmen fördern?

Die Glückskette möchte sowohl den sorgsamen Umgang mit den ihr anvertrauten Spendengeldern garantieren als auch eine gerechte und nachhaltige Wirtschaft fördern. Die Berücksichtigung der ESG-Kriterien in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung gewährleistet, dass die Glückskette in Unternehmen investiert, deren Aktivitäten nicht gegen humanitäre und soziale Grundsätze verstossen, für die wir uns einsetzen.

 

Gibt es Unternehmen, die kategorisch ausgeschlossen sind?

Wir haben bestimmte Bereiche wie Waffen und Pornografie vollständig ausgeschlossen. Ein weiterer Ausschlussfaktor sind gravierende Kontroversen in Bezug auf Menschenrechtsverletzungen und Kinderarbeit. Zudem vermeiden wir Unternehmen, die für erhebliche Umweltverschmutzungen verantwortlich sind.

 

Wie sind die bisherigen Erfahrungen seit der Einführung der Charta?

Die Einführung dieser Charta hat uns zum Nachdenken angeregt und zu eingehenden und interessanten Diskussionen geführt – sowohl mit unseren Finanzpartnern als auch in den verschiedenen Stiftungsorganen. Auf unser Verlangen hin haben unsere Vermögensverwalter die Geldanlagen angepasst, damit sie mit den Werten der Charta übereinstimmen und die darin festgelegten Kriterien so gut wie möglich erfüllen. Das hat zwar kurzfristig gewisse Kosten verursacht, aber die neuen Investitionen haben sich in der Zwischenzeit bewährt.

 

Hat sich die Charta bewährt oder muss sie angepasst werden und falls ja, weshalb?

Diese Charta wurde bereits 2017 verabschiedet. Wir waren also eine der ersten Stiftungen, die sich klar zu einer nachhaltigen Anlagepolitik bekannte. In den letzten Jahren gewann das nachhaltigen Finanzwesen deutlich an Popularität. Zahlreiche Banken und Stiftungen haben sich mit der Thematik befasst und unternehmen nun grosse Anstrengungen in diese Richtung. Auch die Medien haben umfassend über das Thema berichtet. Was uns betrifft, so hoffen wir, dass wir nachhaltige Investitionen in Zukunft noch aktiver vorantreiben und innovative Ansätze fördern können, die es ermöglichen, die positiven ökologischen und sozialen Auswirkungen unserer Investitionen zu verstärken.