06.09.2019

Anekdoten über unsere Sammlungen

Immer wieder erreichen uns Spenden mit einer wunderbaren oder wunderlichen Geschichte. Entdecken Sie sie in diesem Artikel!

Von der Abbruchmulde nach Kabul

So erzählte uns ein Briefmarkenhändler, dass eines Tages zwei Männer im Laden vorbeikamen und ihm ältere Briefmarken verkaufen wollten. Auf die Frage, wo sie diese denn her hätten, behaupteten sie, diese in einer Abbruchmulde die Strasse weiter unten gefunden zu haben. Der misstrauische Briefmarkenhändler schaute daraufhin selbst bei der Mulde vorbei und fand eine Postkarte, die einen aussergewöhnlichen Weg zurückgelegt hatte.

Aufgegeben wurde die Postkarte in Genf an jemanden in Kabul. Nur war die Person in der afghanischen Hauptstadt unauffindbar und so kam die Karte nach Wochen an den Absender zurück. Insgesamt 16 Mal wurde die Karte auf ihrem Hin- und Rückweg von Post und Zoll gestempelt.

Da ihn verschiedene Interessenten auf das Kuriosum im Schaufenster ansprachen, entschied der Händler, die Karte an einer Briefmarkenauktion versteigern zu lassen. Für ganze 22’300 Franken erwarb ein Liebhaber das philatelistische Unikat! Für den Briefmarkenhändler war jedoch klar, dass er das Geld nicht behalten wollte. Also kontaktierte er uns mit dem Wunsch, in Kabul mit dem Geld etwas Gutes bewirken zu können.

Und so schaffte es eine weggeworfene Postkarte, kranken Kindern in Kabul zu helfen.

Gabis grosse Spende

Gerade an Sammeltagen, wenn die Solidaritätswelle die ganze Schweiz erfasst, rufen uns viele Kinder an, deren Geschichten uns jeweils sehr berühren.

So wollte die 6-jährige Gabi eine Spende machen und in der Familie kam die Idee auf, alle Familienmitglieder zu wägen und das Gewicht in Franken zu spenden.

Alle Familienmitglieder wogen sich nach dem Essen:188 Kilo. Weil Gabi aber wollte, dass die Spende möglichst gross ausfiel, griff sie zu folgender List:

«Der Hund gehört doch auch zur Familie!».

So gabs 192,5 Franken!

Glückskette gleich Glückspost?

Nicht immer stiessen unsere Sammlungen auf das Wohlwollen der gesamten Schweizer Bevölkerung. Als wir für die Palästinenserinnen und Palästinenser sammelten, lupfte es einer Spenderin dermassen den Hut, dass sie umgehend zur Tat griff:

«Nun bestelle ich die Glückspost endgültig ab!»

Darf man das?

Die kichernde Dame am Telefon wollte zuerst nicht so recht rausrücken, was für eine Spende sie und ihre Kolleginnen tätigen möchten. Sie griff sich ein Herz und erklärte:

«Also wenn ihr das am Radio bringt, dann spenden wir den gesamten Erlös dieser Nacht.»

Ein sehr grosszügiges Angebot! Der Anruf jedoch kam aus einem Bordell und Werbung am Radio für Schäferstündchen zugunsten von Menschen in Not ist doch eher grenzwertig.

Da es nach 22 Uhr war, die Kinder somit im Bett und es schliesslich für eine gute Sache war, drückten wir beide Augen – oder Ohren – zu und unterstützten die Damen bei ihrer Spendenaktion. Die Spende traf dann auch tatsächlich ein…

Als die Bundespräsidentin das Interview abbrach

Im Jahr 2012 haben wir für die Opfer des Syrienkonfliktes gesammelt. Dabei ist es üblich, dass ein Bundesrat, häufig auch die Bundespräsidentin oder der Bundespräsident, den Sammeltag eröffnet.

2012 war dies Eveline Widmer Schlumpf. SRF führte gerade ein exklusives Interview mit ihr, als das Telefon klingelte, vor dem sie sass. Kurzerhand servierte sie den SRF-Journalisten ab mit der Aussage:

«Ich bin hier zum Arbeiten und muss jetzt ein Telefon entgegennehmen».

Der Anrufer war wohl genauso perplex mit der Bundespräsidentin zu reden, wie der Journalist über das abgebrochene Interview.

Hashtag #SwissSolidarityForAfrica

Der Hashtag #SwissSolidarityForAfrica sorgte im Jahr 2017 für Aufregung. Social-Media-Geeks luden sage und schreibe 75’000 Bilder mit dem Hashtag auf Instagram. Für jedes Foto engagierten sich Firmen 5 Franken zu spenden.

Vom Erfolg total überrannt, musste die Glückskette noch am Tag selber zusätzliche Firmen aufbieten, damit die 375’000 Franken auch einbezahlt wurden.