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Partnerorganisation werden

Schwerpunkt 2027–2031: Jugendliche in vulnerablen Lebenssituationen und in psychosozialen Krisen

Die Jugend und der Übergang ins Erwachsenenalter sind besonders sensible Phasen, die von tiefgreifenden Veränderungen und psychosozialen Herausforderungen geprägt sind. Psychische Gesundheit, Digitalisierung und Gewalt sind zentrale Themen, die speziell auf diese Altersgruppe zugeschnittene Angebote erfordern.  

 

Ob Prävention oder Intervention und längerfristige Begleitung – das Ziel ist es, dass junge Menschen positive Entscheidungen für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden treffen und auf sich selbst und andere achten können. 

 

Mit diesem Fonds werden Projekte und Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene von 13 bis 25 Jahren gefördert, ein besonderer Fokus wird jedoch auf junge Menschen in Lebensumständen gelegt, die aufgrund des sozialen, politischen und wirtschaftlichen Kontexts ein erhöhtes Risiko für Diskriminierung, gesundheitliche Ungleichheiten und Chancenungleichheit haben. Diese Lebensumstände können die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Entwicklung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen beeinträchtigen. 

 

Verschiedene Zielgruppen wurden identifiziert, für die es strukturell an Unterstützung und/oder finanziellen Mitteln mangelt:  

  • Jugendliche mit eigener oder familiärer Migrationserfahrung,  

  • unbegleitete minderjährige Geflüchtete,  

  • junge LGBTQIA+-Personen,  

  • young carer,  

  • Care-Leaver, 

  • Jugendliche mit einem inhaftierten Elternteil 

  • Jugendliche mit einem schwerkranken oder verstorbenen Geschwister. 

Durch die Unterstützung von niederschwelligen und zielgruppenorientierten Angeboten und Projekten möchten wir die Voraussetzungen für soziale Selbstständigkeit und Teilhabe schaffen sowie eine Stärkung der Gesundheitskompetenz fördern und so zu mehr Chancengleichheit beitragen. 

 

Wir finanzieren Präventionsmassnahmen, Kriseninterventionen und längerfristige Unterstützungsangebote. Die Angebote und Projekte sollen den Zugang zu bestehenden Strukturen verbessern und zur Schliessung von bestehenden Lücken im Sozialsystem beitragen. Wir fördern insbesondere partizipative Projekte, Peer-Ansätze und Angebote, die speziell auf herausfordernde Lebenssituationen zugeschnitten sind.

 

Wir wählen Organisationen aus, deren Angebote Auswirkungen auf die Zielgruppe oder das Lebensumfeld der Jugendlichen haben. Projekte, die ausschliesslich auf einen gesellschaftlichen Wandel abzielen (z. B. reine Sensibilisierungskampagnen, politische Initiativen), werden nicht unterstützt. 

Wir fördern Organisationen deren Vorhaben oder Angebote nachfolgende Wirkungen zum Ziel haben:

  • Jugendliche und junge Erwachsene kennen ihre persönlichen Ressourcen und Kompetenzen. Sie entwickeln ihre Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit, ihr kritisches Denken und ihr Selbstvertrauen.
  • Jugendliche und junge Erwachsene treffen positive Entscheidungen für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden und zeigen Verhaltensweisen, die sie schützen und stärken.
  • Jugendliche und junge Erwachsene wissen, welche Unterstützungsangebote in ihrer Umgebung existieren.
  • Jugendliche und junge Erwachsene fühlen sich befähigt, Hilfe zu holen.
  • Jugendliche und junge Erwachsene haben die Kompetenzen und Ressourcen, Krisen zu überwinden und ihr Leben nachhaltig zu stabilisieren.
  • Jugendliche und junge Erwachsene haben Strategien für den Umgang mit Stress, Druck und Ängsten.
  • Jugendliche und junge Erwachsene sind über gesellschaftliche und/oder gesundheitliche Themen informiert und dafür sensibilisiert (psychische Gesundheit, Konsum und Sucht, sexuelle Gesundheit, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, Rassismus, Sexismus, Consent, Gewalt, soziale Netzwerke, Sport etc.).
  • Jugendliche und junge Erwachsene haben einen kritischen Blick auf digitale Räume (Pornografie, Selbstbild, Fake News, Maskulinismus etc.).
  • Jugendliche und junge Erwachsene, die von Gewalt betroffen sind, wissen, wo sie sich Hilfe holen können und kennen ihre Rechte.
  • Jugendliche und junge Erwachsene respektieren Vielfalt und unterschiedliche Lebensrealitäten.
  • Jugendliche und junge Erwachsene können gewaltfrei kommunizieren und handeln und die Grenzen anderer respektieren.
  • Jugendliche und junge Erwachsene erkennen übergriffiges, gewaltvolles und diskriminierendes Verhalten und wissen, wie sie Hilfe leisten oder holen können.

  • Unterstützungsangebote sind für Jugendliche und junge Erwachsene einfach und unverbindlich erreichbar.
  • Jugendliche und junge Erwachsene haben Vertrauenspersonen, an welche sie sich richten können.
  • Jugendliche und junge Erwachsene verfügen über eine angemessene Wohnsituation, in welcher sie sich wohl und sicher fühlen.
  • Jugendliche und junge Erwachsene werden in Übergangssituationen bedarfsgerecht begleitet.
  • Zwischen An- und Zugehörigen, Institutionen und Angeboten, welche in schwierigen Situationen Unterstützung bieten (z. B. in Überganssituationen), besteht eine enge Zusammenarbeit, um die Kontinuität der Begleitung zu sichern.
  • Fachpersonen, die mit Jugendlichen und junge Erwachsenen zu tun haben, erkennen junge Menschen in Belastungssituationen und treten frühzeitig mit ihnen in Kontakt, um sie an Unterstützungsstellen zu verweisen.
  • Fachpersonen, die mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten, sind in den Themenbereichen wie Diskriminierung und Inklusion sowie in spezifischen Themen (Migration, sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität, Rassismus, Sexismus) geschult, hinterfragen ihre Praxis kritisch und schaffen ein inklusives Umfeld.
  • Fachpersonen, die mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu tun haben, sind in der Lage, oft übersehene oder kaum berücksichtigte Risikosituationen/Risikofaktoren zu erkennen (young carers, careleavers, Jugendliche mit einem inhaftierten Elternteil, Jugendliche mit einem schwer erkrankten Geschwister, MNA, Jugendliche mit Migrationshintergrund, LGBTQI+-Jugendliche).

  • Jugendliche und junge Erwachsene haben ungeachtet ihrer sozioökonomischen Situation, ihres Wohnorts und ihrer Lebensumstände gleichermassen Zugang zu Angeboten.
  • Die Zusammenarbeit zwischen Akteur*innen aus dem Jugendbereich, der Politik, kommunalen Entscheidungsträger*innen, dem Sozialwesen, medizinischen und therapeutischen Dienstleistenden sowie der Wirtschaft ermöglicht es, Synergien zu schaffen und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.
  • Die breite Öffentlichkeit ist für die wichtigsten aktuellen Herausforderungen im Jugendbereich (psychische Gesundheit, Zukunftsängste, Digitalisierung, Gewalt und Mobbing) sowie für Diskriminierung und Ungleichheiten sensibilisiert.
  • Es werden Massnahmen zur Bekämpfung von Diskriminierung und Benachteiligung ergriffen (Interessenvertretung, Verteidigung von Rechten sowie politische und soziale Veränderungen etc.).
  • Die Partizipation Jugendlicher und junger Erwachsener wird gestärkt: Sie werden als Expert*innen anerkannt und können ihre Interessen aktiv vertreten sowie an den sie betreffenden Entscheidungen mitwirken.

Unterstützt werden Organisationen, deren Angebote auf Ebene der Zielgruppe oder im Lebensumfeld von Jugendlichen Wirkung erzielen. Vorhaben, welche ausschliesslich auf gesellschaftlicher Ebene eine Veränderung erzielen möchten (z.B. Sensibilisierungskampagnen, politische Initiativen) können nicht unterstützt werden. 

FAQ

Antragsberechtigt sind private, schweizerische Organisationen (Vereine, Stiftungen), die als gemeinnützig anerkannt sind und eine ausgewiesene Professionalität aufweisen. Als Partnerorganisationen möchten wir kleine bis mittelgrosse Organisationen aus dem Sozialbereich gewinnen, welche eine der gewählten Lücken direkt bedienen, sich durch ihre Einzigartigkeit auszeichnen und das Potential für eine Signalwirkung haben. Bevorzugt werden Organisationen ohne oder mit beschränkten Ressourcen für Kommunikation und Fundraising.  Die Organisationen verstehen sich als lernende Organisation und sind bereit, als Partnerorganisation der Glückskette während der Förderperiode eng mit der Geldgeberin zusammenzuarbeiten.  Die Einbettung und Vernetzung in der Anbieterlandschaft sind zentral.  

Es kann maximal ein Gesuch pro Organisation pro Schwerpunktthema eingereicht werden. 

  • Reine Bauprojekte
  • Einmalige Veranstaltungen
  • ein Angebot, welches nur (Sensibilisierungs-)Veranstaltungen für die breite Öffentlichkeit umfasst
  • reine Filmprojekte, Drucksachen und Publikationen
  • Politische Initiativen
  • Reine Forschungsprojekte
  • Einzelfallhilfe (Zuwendungen sind ab mindestens 5 Begünstigten möglich)
  • Angebote ausserhalb der Schweiz
  • Reine Sachspendeaktionen 

Gesuche können ab sofort und jederzeit eingereicht werden, bis die Mittel des Fonds ausgeschöpft sind. Die Finanzierungsperiode eines Projekts beginnt frühstens im Januar 2027. Wir behalten uns jedoch vor, bei zu vielen Anträgen einen temporären Eingabestopp zu verhängen. Des Weiteren betreiben wir auch selbst aktives Scouting um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Regionen zu erreichen. 

Wenn Sie ein Projekt einreichen möchten, können Sie uns eine kurze Projektskizze zukommen lassen. Bitte füllen Sie hierfür das entsprechende Formular und den dazugehörigen Anhang aus und senden diese an pro-ch@glueckskette.ch. Wir werden uns innerhalb von 2 – 3 Wochen bei Ihnen melden.

 

 

Bei Interesse werden Sie nach dem Einreichen des Kurzbeschriebs Ihres Angebots von uns kontaktiert. Danach haben Sie 4 Wochen Zeit, ein ausführliches Gesuch einzureichen. Unklarheiten oder Herausforderungen besprechen wir gerne bei einem Besuch bei Ihnen. Ihr Gesuch wird zusätzlich von externen Expert:innen analysiert, welche bei Bedarf ebenfalls noch Rückfragen stellen werden. Mit einem Entscheid kann ab Eingabe des Kurzbeschriebs nach ca. 3 – 4 Monaten gerechnet werden. 

Passung zum Schwerpunktthema 

Organisationen, die als Partnerorganisation ausgewählt werden, tragen zu einem oder mehreren der oben genannten Wirkungszielen bei. Bitte überprüfen Sie diese vor Einreichen eines Gesuchs. Die Projekte richten sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 13 und 25 Jahren.  

 

Bestehende Angebote  

 Wir setzen auf Langfristigkeit und fördern deshalb hauptsächlich die Verstetigung von bereits bestehenden wirkungsvollen Angeboten. Ebenso unterstützen wir die Verbreitung von Good Practice, d.h. den Aufbau eines bewährten Angebotes in einer anderen Region.  Gelingensbedingungen und Stolpersteine werden identifiziert und bei der Verbreitung berücksichtigt.  Kooperationsprojekte zwischen etablierten Organisationen können ebenfalls gefördert werden.

 

Geographische Verteilung 

Wir achten auf eine sinnvolle geographische Verteilung unserer Partnerorganisationen in der ganzen Schweiz. Wir prüfen zudem, ob die Angebote einem besonderen lokalen Bedarf entsprechen, sei es, aufgrund einer grossen Anzahl betroffener Jugendlicher und junger Erwachsenen, oder weil es in dieser Region nur wenige Angebote für Jugendliche gibt. 

 

Qualitätskriterien 

  • Die Organisationen gewährleisten einen niederschwelligen Zugang zu ihrem Angebot (für die allgemeine Bevölkerung und bestimmte Zielgruppen) und tragen zur Entstigmatisierung bei. 

  • Die Angebote stärken die persönlichen Kompetenzen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen und begünstigen Schutzfaktoren. 

  • Die Angebote begleiten junge Menschen in Übergängen (z. B. Erreichen der Volljährigkeit, Austritt aus einem stationären Setting). 

  • Die Angebote verbessern die Erkennung von Gefährdungssituationen. 

  • Die Angebote fördern Peer-Ansätze und Partizipation.  

  • Die Angebote gehen die vielschichtigen Problemstellungen ganzheitlich an. 

Dauer und Betrag (und Abnahme Betrag) 

Die Angebote der Partnerorganisationen werden maximal vier Jahre unterstützt. Es kann ein Maximalbetrag von CHF 200'000 pro Jahr gesprochen werden, wobei der Betrag im Verlauf der Unterstützung abnimmt. Gesuche für Beiträge unter CHF 50’000 können nicht berücksichtigt werden. Der Finanzierungsplan wird mit jeder Organisation individuell besprochen und kann im Verlauf der Unterstützung angepasst werden. Ziel ist, dass das Angebot bei Abschluss der Unterstützung durch die Glückskette selbsttragend ist oder deren Finanzierung längerfristig durch andere Institutionen / Finanzgeber übernommen werden kann. Von der Organisation wird erwartet, dass die unterstützten Angebote teilweise auch durch Eigenmittel finanziert werden. 

 

Förderung der Projektarbeit und der Institution 

Wir möchten unsere Partnerorganisationen nicht nur in ihrer Angebotsentwicklung unterstützen, sondern diese auch institutionell fördern. Der Bedarf wird gemeinsam mit der Partnerorganisation fortlaufend analysiert. Bei Bedarf erfolgt ein Teil der Leistung der Glückskette durch externe Evaluationen, Organisationsentwicklung oder durch Unterstützung in der Kommunikation und dem Fundraising.  

Ein Teil der Verwaltungs- und Betriebskosten können ebenfalls übernommen werden.  

 

Vernetzung und Verbreitung 

Damit gute Ideen verbreitet und Partnerorganisationen sich und ihre Angebote kennenlernen können, werden regelmässige Fachaustausche organisiert.

 

Medienkommunikation  

Durch unseren Kontakt zu diversen Medien können wir dazu beitragen, dass wichtige Themen und Angebote an die breite Öffentlichkeit getragen werden. Über die Kanäle der Glückskette berichten wir regelmässig über die Organisationen, die wir unterstützen.  

Partnerschaft 

Wir sehen uns als Partnerin der Organisationen, welche wir über 4 Jahre begleiten. Regelmässiger Austausch (inkl. Besuche), Offenheit und Transparenz sind für uns zentral.  

 

Regelmässige Berichterstattung 

Es werden jährliche Zwischenberichte erwartet. Nach 2 Jahren wird gemeinsam eine vertieftere Standortbestimmung der Zusammenarbeit unternommen.  

 

Offenheit für externe Evaluation und Begleitung 

Da wir nicht nur ein spezifisches Angebot, sondern auch die Organisation selbst fördern, offerieren wir eine auf die Bedürfnisse Ihrer Organisation ausgelegte, (formative) Evaluation. Die Bereitschaft, Strukturen und Prozesse und die Finanzierung des Angebotes offenzulegen, ist deshalb unabdingbar.  

Möchten Sie weitere Informationen?

Wenden Sie sich an unsere Programmverantwortlichen Schweiz, die Ihnen gerne Auskunft geben: pro-ch@glueckskette.ch.

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