
Letzte Woche reiste ich nach Mandalay, das im Zentrum der Region liegt, die vor einem Jahr von einem schweren Erdbeben erschüttert wurde. Die Bevölkerung leidet noch heute unter den Folgen dieser Katastrophe, die zu den Auswirkungen des anhaltenden bewaffneten Konflikts hinzukommen. Ganze Gemeinschaften leben noch immer in provisorischen Unterkünften und Notlagern.
Doch über die materiellen Schäden hinaus ist es vor allem die Härte des Alltags, die einen betroffen macht. Die Familien, die ich getroffen habe, lebten bereits zuvor unter äusserst prekären Bedingungen. Vor Ort wird schnell klar: Das Erdbeben war nicht der Beginn der Krise, sondern eine zusätzliche Belastung für eine Bevölkerung, die bereits durch Jahre von Konflikt, Unsicherheit und Vertreibung geprägt ist.

Bei den Besuchen der Projekte unserer Schweizer Partnerorganisationen wurde sehr konkret sichtbar, was die Spenden aus der Schweiz bewirken. So konnten unsere Partner den Wiederaufbau von Häusern, Latrinen und Wasserstellen unterstützen, den Schulbesuch wieder ermöglichen, temporäre Wassertanks installieren und Hygienekits verteilen.
In einigen Regionen sorgen mobile Kliniken für medizinische Versorgung, während Familien finanzielle Unterstützung erhalten, um ihre dringendsten Bedürfnisse zu decken und mit dem Wiederaufbau zu beginnen.
Hinter jeder Spende stehen Familien, die wieder geschützt schlafen können, Kinder, die wieder zur Schule gehen, und Menschen, die trotz schwieriger Umstände Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten. Genau das ermöglicht die Solidarität aus der Schweiz.
Auf eine Naturkatastrophe wie ein Erdbeben in einem von Konflikten betroffenen Land zu reagieren, ist besonders komplex. Der Zugang für humanitäre Hilfe ist oft schwierig – gerade dann, wenn der Bedarf besonders gross ist.
Für die Glückskette ist es von zentraler Bedeutung, niemanden zurückzulassen. Deshalb arbeiten unsere Schweizer Partnerorganisationen seit vielen Jahren eng mit lokalen Organisationen zusammen. Deren Wissen über die Gegebenheiten vor Ort ist entscheidend, um die am stärksten betroffenen Menschen zu erreichen.
Ein Jahr nach dem Erdbeben steht Myanmar weiterhin vor enormen Herausforderungen. Doch vor Ort zeigt sich auch: Die Hilfe, die dank der Solidarität aus der Schweiz möglich wurde, wirkt – und macht Tag für Tag einen echten Unterschied.
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Vor Ort in Myanmar: Hier macht die Schweizer Solidarität einen echten Unterschied
30.03.2026Unser Programmdirektor Ernst Lüber kommt gerade aus Myanmar zurück. In Mandalay, nahe dem Epizentrum des Erdbebens, sah er konkret, was die Solidarität der Schweizer Bevölkerung ermöglicht hat. Ein Jahr nach der Katastrophe sind die Bedürfnisse weiterhin enorm. Doch dank der Spenden haben viele Familien wieder ein Dach über dem Kopf, erhalten medizinische Versorgung und können ihre Kinder zur Schule schicken.

Ein Jahr nach dem Erdbeben in Myanmar: Glückskette erreicht 230’000 Menschen mit Hilfe
19.03.2026Vor einem Jahr erschütterte ein schweres Erdbeben Südostasien. Dank der Solidaritätswelle in der Schweiz konnte die Glückskette fast 8 Millionen Franken sammeln und Hilfe für mehr als 230’000 Menschen in Myanmar finanzieren: Notunterkünfte, Wasser, medizinische Versorgung, psychosoziale Unterstützung und Zugang zu Bildung.

100 Tage nach dem Erdbeben bereits über 2 Millionen für Nothilfe eingesetzt.
10.07.2025100 Tage nach dem Beben konnten wir mit eurer Solidarität bereits über 137'000 Menschen in den Regionen Mandalay, Shan und Sagaing unterstützen. Insgesamt haben wir mehr als 2,3 Millionen Franken für acht Nothilfeprojekte unserer Schweizer Partnerorganisationen vor Ort eingesetzt.
