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Gaza: Ein Jahr nach der Waffenruhe bleibt die humanitäre Not gross

09.10.2026

Vor einem Jahr weckte die zwischen Israel und der Hamas vereinbarte Waffenruhe die Hoffnung auf eine dauerhafte Beruhigung der Lage und einen besseren Zugang für humanitäre Hilfe in Gaza. Dank der grossen Solidarität der Schweizer Bevölkerung konnte die Glückskette ihre Unterstützung für die Zivilbevölkerung verstärken. Doch auch ein Jahr später hält die Gewalt an, und die Menschen sind weiterhin auf umfassende humanitäre Hilfe angewiesen.

[Translate to Deutsch:]

Grosse Solidarität in der ganzen Schweiz

Die Waffenruhe und die teilweise Öffnung der Grenzübergänge im Oktober 2025 liessen erstmals darauf hoffen, die humanitäre Hilfe deutlich ausweiten zu können. In den zwei Jahren zuvor hatten Hilfsorganisationen die Menschen in Gaza nur sehr eingeschränkt erreichen können. 

Angesichts der grossen Not startete die Glückskette eine Spendenkampagne für Gaza. Gemeinsam mit der SRG und zahlreichen Regionalradios organisierte sie am 22. Oktober 2025 einen nationalen Solidaritätstag. Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter eröffnete den Tag im Radio bei SRF. In Genf, Zürich, Lugano und Chur engagierten sich zahlreiche Freiwillige und Persönlichkeiten und riefen zu Spenden auf. Allein an diesem Tag kamen 4,5 Millionen Franken zusammen. 

Insgesamt wurden seit dem Start der Kampagne im Oktober 2025 knapp 6,3 Millionen Franken für die Bevölkerung in Gaza gespendet. 

Was die Spenden bewirken

Dank dieser Solidarität konnten die Schweizer Partnerorganisationen der Glückskette zwölf humanitäre Hilfsprojekte lancieren. Beteiligt sind unter anderem Frieda, HEKS, Caritas, Médecins du Monde, Save the Children, die Stiftung Terre des hommes, Helvetas und Ärzte ohne Grenzen. 

Die Projekte ermöglichten es, 

  • Familien direkt finanziell zu unterstützen, damit sie ihre dringendsten Bedürfnisse decken können;
  • die Menschen mit Nahrungsmitteln, Wasser, Unterkünften und lebensnotwendigen Gütern zu versorgen;
  • den Zugang zu medizinischer Versorgung zu sichern und den Betrieb von Gesundheitseinrichtungen zu unterstützen;
  • Schutz und psychosoziale und psychologische Unterstützung anzubieten;
  • die Hygiene- und Sanitärversorgung zu verbessern, etwa durch Wasserlieferungen, den Bau von Latrinen und die Verteilung von Hygienesets, unter anderem für die besonderen Bedürfnisse von Frauen und Mädchen. 

Knapp 70 Prozent der gesammelten Spenden sind bereits für Hilfsprojekte zugesprochen. Damit die Hilfe weitergeführt werden kann und die Menschen angesichts der anhaltend grossen Not Unterstützung erhalten, ist die Glückskette weiterhin auf Ihre Spenden angewiesen. 

 

Jetzt Spenden

Auch ein Jahr später bleibt die Lage äusserst prekär

Trotz der Unterzeichnung des Waffenstillstands vor einem Jahr hat die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung nie aufgehört. Nach Angaben des UNO-Nothilfebüros OCHA, das sich auf Zahlen des Gesundheitsministeriums in Gaza stützt, wurden seit der Bekanntgabe des Waffenstillstandsabkommens im Oktober 2025 mehr als 1’400 Palästinenserinnen und Palästinenser getötet. Angriffe und weitere Militäroperationen treffen weiterhin bewohnte Gebiete und fordern Opfer unter der Zivilbevölkerung.  

Die humanitäre Lage ist nach wie vor äusserst schwierig. Ein grosser Teil der 2,1 Millionen Menschen in Gaza lebt weiterhin in Vertreibung. Es fehlt an sauberem Wasser, medizinischer Versorgung, angemessenen Unterkünften und anderen lebensnotwendigen Gütern. Der anhaltende Mangel an Medikamenten und medizinischem Material beeinträchtigt auch lebenswichtige Behandlungen.

Besonders besorgniserregend ist die Situation der vertriebenen Familien angesichts des bevorstehenden Winters. Laut UNO benötigen 94 Prozent der Bevölkerung dringend Hilfe bei der Unterbringung und der Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern. 65 Prozent der Haushalte leben noch immer in Zelten oder notdürftigen Unterkünften. An mehr als 200 Standorten, an denen rund 235’000 vertriebene Menschen untergebracht sind, besteht zudem das Risiko von Überschwemmungen. Fehlende finanzielle Mittel und Einfuhrbeschränkungen für Material und Personen schränken die Hilfsorganisationen weiterhin stark ein. 

Hilfe seit 2023

Die Glückskette unterstützt die von der Krise betroffenen Menschen bereits seit Oktober 2023. Als der Konflikt eskalierte und sich die humanitäre Lage rasch verschlechterte, aktivierte sie ihren Nothilfefonds. Im November folgte ein erster Spendenaufruf. 

Bei dieser ersten Sammlung für die humanitäre Krise im Nahen Osten kamen mehr als 9,2 Millionen Franken zusammen. Damit wurden 18 humanitäre Hilfsprojekte in Gaza und drei im Libanon finanziert.  

Die Not ist weiterhin gross. Die Glückskette und ihre Partnerorganisationen setzen deshalb ihre Unterstützung für die Zivilbevölkerung in Gaza fort. 

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