04.02.2021

Sechs Monate nach der Explosion im Libanon geht die Hilfe weiter und passt sich den Bedürfnissen an

Am 4. August 2020 verursachte eine verheerende Explosion im Hafengebiet von Beirut Tod und Verwüstung in der libanesischen Hauptstadt. Mehr als 180 Menschen starben, 6’500 wurden verletzt und viele Menschen waren ohne Dach über dem Kopf oder lebten in schwer beschädigten Wohnungen. Erfahren Sie, wie die Hilfe sechs Monate nach der Katastrophe weitergeht und verstärkt wird.

Ein von Krisen heimgesuchtes Land

Die  Explosion im Hafen von Beirut fordert einen sehr hohen Tribut von der libanesischen Bevölkerung:. das Gebiet um den Hafen wurde zerstört und fast die Hälfte der Stadt beschädigt. Zehntausende Menschen mussten notdürftig untergebracht werden, oft bei Verwandten, oder trotz der Schäden – eingestürzte Wände, zerrissene Balkone und zerschlagene Fenster – in ihren Wohnungen bleiben. 

Die Explosion ereignete sich für die libanesischen Frauen und Männer, die seit 2019 eine wirtschaftliche, finanzielle und soziale Krise durchleben, in einem extrem schwierigen Kontext und war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Auch die Coronavirus-Pandemie hat sie nicht verschont und verschlimmert  die Situation zusätzlich.

Sofortige humanitäre Hilfe 

Nach der Katastrophe starteten wir einen Spendenaufruf, bei dem wir mehr als 7,5 Millionen Franken sammeln konnten, um der betroffenen libanesischen Bevölkerung zu helfen. Da einige unserer Partnerhilfswerke bereits seit mehreren Jahren im Libanon tätig sind, die Situation vor Ort kennen und mit lokalen Organisationen zusammenarbeiten, war es möglich, sofort Nothilfe zu leisten. 

Unsere Partner waren in der Lage, Lebensmittel, Wasser und lebensnotwendige Güter zu verteilen, Verletzte zu versorgen und dringende Reparaturen von schwer beschädigten Häusern vorzunehmen.

Hilfe, die sich weiterentwickelt und an die Bedürfnisse anpasst

In einer zweiten Phase arbeiteten unsere Partnerhilfswerke mit Ihren Spenden an der Wiederinstandstellung von Häusern, dem Wiederaufbau von Lebensgrundlagen, der Ernährungssicherheit sowie Schutz und Bildung. Die Situation im Libanon ist jedoch aufgrund der Wirtschaftskrise und der Gesundheitssituation nach wie vor äusserst komplex, so dass wir beschlossen haben, die Hilfe auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abzustimmen.

So wird in einer dritten Phase weiterhin Hilfe für Haushalte, Familien und Einzelpersonen geleistet, die sich nicht nur wegen der Explosion, sondern auch wegen der Komination vonKrisen im Libanon in einer sehr prekären Lagebefinden. Unsere Partnerhilfswerke werden daher lebenswichtige Hilfe und Unterstützung leisten, damit sich diese Menschen erholen und wieder eine nachhaltige Lebensgrundlage erlangen können.

Ihre Spenden helfen ganz konkret, hier ist ein Beispiel:

Unverzichtbare psychologische Hilfe

DieExplosion breitete sich über Dutzende von Kilometern aus und ist sogar in den Nachbarländern zu spüren. Dieses Ereignis hat bei den Menschen ein schweres Trauma verursacht, wie z. B. Schlafstörungen, Angst und Schrecken, verbunden mit dem Glauben, dass sich die Explosion wiederholt. Innerhalb der Familien haben einige Angehörige ihre Arbeit verloren, weil der Tourismus und die Gastronomie in der Nähe des Hafens stillgelegt sind. Sie haben Angst vor der Zukunft und ihre traumatisierten Kinder schlafen nicht mehr. 

Dank Ihrer Spenden engagieren sich unsere Partnerhilfswerke dafür, diesen Menschen bei der Überwindung der psychischen Nachwirkungen dieser Explosion zu helfen. Sie hören ihnen zu, geben ihnen Raum, um ihre Gefühle auszudrücken, und Werkzeuge, um Traumata zu überwinden und mit Depressionen und Verzweiflung umzugehen. Unser Partnerhilfswerk Medair unterstützte im Monat nach der Explosion mehr als 2’000 Haushalten mit psychologischer Notfallhilfe. 

1’750 Familien und Haushalte erhielten Bargeldhilfe.

Mit Ihren Spenden unterstützt unser Partnerhilfswerk HEKS Familien und Haushalte, deren Wohnungen oder Häuser im Umkreis von zwei Kilometern um den Explosionsherd liegen und die von der Katastrophe besonders betroffen sind. 

Diese Haushalte erhalten Hilfe in Form von Bargeld, damit sie ihre dringendsten Bedürfnisse befriedigen können, sei es zum Kauf von Lebensmitteln oder anderen Grundbedürfnissen, Medikamenten oder Materialien, um die Schäden an ihren Wohnungen selber reparieren zu können.

Unterstützung bei der Vorbereitung auf den Winter

Sich im Winter nicht vor Wind und schlechtem Wetter schützen zu können, was für eine Herausforderung! 

Doch viele Familien im Libanon leben in beschädigten Häusern und können sich aufgrund der Wirtschaftskrise kein Baumaterial für Reparaturen leisten. 

Unser Partnerhilfswerk Caritas unterstützt diese Familien mit Bargeld, damit sie die durch die Explosion verursachten Schäden reparieren und sich vor Wind und Wetter schützen können. Auf diese Weise können auch diese Familien ihre täglichen Ausgaben bestreiten. 

Verteilung von 2’821 Kits für Notunterkünfte, 1’838 Hygiene-Kits und 440 Baby-Kits.

Nach der Explosion hatten viele Häuser und Wohnungen keine Türen und Fenster mehr. Den Familien fehlten auch Gegenstände, die zum täglichen Überleben benötigt werden. Dank Ihrer Spende konnte unser Partnerhilfswerk Medair Bausätze, Materialien und Reparaturen verteilen, um die Bewohnbarkeit der Häuser zu verbessern. 

 

Danke, denn gemeinsam machen wir einen Unterschied.