Im August 2020 hat die Glückskette 7,6 Millionen Franken Spendengelder für die Hilfe der Opfer der Explosion im Hafen von Beirut erhalten. Davon wurden bisher 6 Millionen in Hilfsprojekten eingesetzt. In dem auch wirtschaftlich gebeutelten Land läuft die Hilfe weiter und wird den erschwerten Bedingungen angepasst.
Am 4. August ereignete sich eine verheerende Katastrophe in Beirut, der Hauptstadt Libanons. Im Hafen explodierte eine Ladung Ammoniumnitrat, welche Gebäude und Infrastruktur im Umkreis von mehreren Kilometern zerstörte. Die Explosion ereignete sich für die libanesische Bevölkerung, die seit 2019 eine wirtschaftliche, finanzielle und soziale Krise durchlebt, in einem extrem schwierigen Kontext und war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Auch die Coronavirus-Pandemie hat sie nicht verschont und verschlimmerte seither die Situation zusätzlich.
Hilfe in drei Phasen
Direkt nach der Explosion im Hafenbecken von Beirut lancierten fünf unserer Partnerorganisationen Nothilfe-Projekte: Sie verteilten Lebensmittel, Wasser und weitere lebensnotwendige Güter, versorgten verletzte Menschen und nahmen dringende Reparaturen an schwer beschädigten Häusern vor.
In einer zweiten Phase arbeiteten unsere Partnerorganisationen an der Wiederinstandstellung von Häusern, dem Wiederaufbau von Lebensgrundlagen, der Ernährungssicherheit sowie Schutz und Bildung. Danach wurde die Hilfe auf Haushalte, Familien und Einzelpersonen ausgeweitet, die sich nicht nur wegen der Explosion, sondern auch wegen der Kombination verschiedener Krisen im Libanon in einer prekären Lage befinden.
Rund 1 Million Franken Spendengelder für weitere Hilfe
In den kommenden Monaten wird die verbliebene Million Franken noch weiteren Projekten zugesprochen, die sich den dringendsten Bedürfnissen der libanesischen Bevölkerung widmen und in den von der Explosion am stärksten betroffenen Quartieren Unterstützung bieten. Für all jene Familien, deren Häuser durch die Explosion beschädigt oder teilweise zerstört wurden, hatte die Behebung der Schäden Priorität, um die Sicherheit in ihren Häusern wiederherzustellen. Ein Jahr später zwingt die totale Wirtschaftskrise die Bevölkerung in die Knie. «Aus diesem Grund verteilen wir unsere noch verbleibenden Mittel in Form von Bargeldhilfe nach einem strengen Auswahlverfahren, um das Überleben der am stärksten Betroffenen zu sichern», erläutert die Programmverantwortliche der Glückskette Tasha Rumley die weitere Unterstützung.
Acht der insgesamt 16 von der Glückskette mitfinanzierten Projekte sind bereits abgeschlossen. Die noch aktiven Projekte leisten nach wie vor Unterstützung in den folgenden Bereichen: Sicherstellen der Ernährung, medizinische und psychologische Begleitung, Schutz und Bildung für Kinder, finanzielle Unterstützung für den Wiederaufbau kleinerer und mittlerer Unternehmen, sowie Beistand bei rechtlichen Fragen.
Schutz für traumatisierte Kinder
Viele Kinder in Beirut wurden durch die Wucht der Explosion traumatisiert. Um auch den Kleinsten Unterstützung zu bieten, finanziert die Glückskette mitunter auch Hilfe, welche Kindern den Weg zurück in einen Alltag ermöglicht. Zum Beispiel hat ein Projekt mit den zur Verfügung gestellten Spendengeldern einen Ort geschaffen, an dem die Kinder in einem geschützten Rahmen spielen und lernen können und psychologische Unterstützung erhalten, um das Erlebte zu verarbeiten.
Hilfe in Zahlen
Insgesamt starben bei der Explosion in Beirut 220 Menschen und mehr als 6000 Menschen wurden verletzt. Rund 300’000 Menschen, deren Wohnung oder Häuser beschädigt oder zerstört wurden, waren dringend auf Nothilfe angewiesen. Mit den von der Glückskette unterstützten Hilfsprojekten konnte eine Vielzahl an Menschen von der geleisteten Unterstützung der Partnerorganisationen profitieren:
- Gesammelter Spendenbetrag: CHF 7’608’658
- Bisher eingesetzter Spendenbetrag: CHF 6’074’724
- 5% für Betriebskosten (Kommunikation, Fundraising, Unterstützung Projekte und Administration): CHF 380’433
- 1% Quota für Evaluation: CHF 76’078
- Anzahl Begünstigte: 108’111
- Anzahl laufende Projekte: 8
- Anzahl abgeschlossene Projekte: 8
- Art der Hilfe: medizinische Versorgung, Grundgüter (Wasser, Lebensmittel, Decken, Unterkünfte, Hygienekits), Wiederaufbau beschädigter Gebäude, Bargeld, psychosoziale Unterstützung für traumatisierte Kinder, finanzielle Hilfe für betroffene Kleinunternehmen
- Partnerorganisationen: Caritas Schweiz, Schweizerisches Rotes Kreuz, HEKS, Helvetas, Medair, Save the Children, Fondation Terre des hommes und ausserdem Legal Action Worldwide (kein akkreditierter Partner)
Kontakt:
Judith Schuler, Direktorin Kommunikation und Fundraising, schuler@glueckskette.ch
Weitere Informationen
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